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jaydeeblue 13.01.2022 12:45

unsichere Ahnen und weitere Quellensuche - Lähndorf - Lehendorp in Rade ab ca. 1700
 
Hallo liebes Forum,

ich habe so einen ähnlichen Beitrag schon mal vor einiger Zeit in der Plauderecke gestellt, aber nicht so ganz dolle Resonanz bekommen.

Da ich hauptsächlich in SH forsche und suche bleibt es zwar eigentlich ein sehr allgemeines Problem, aber trotzdem könnten eure Lösungsansätze mir halt weiterhelfen.

Daher würde ich gerne mal euren Rat zu zweierlei Dingen erfragen:

1. Eine der für mich wichtigsten Quellen sind die Kirchenbücher (also Archion oder Ancestry - leider viel zu selten direkt vor Ort). Leider sind ja auch hier bei uns die Kirchenbücher endlich. Wenn sie den zweiten Weltkrieg überstanden haben, dann enden sie aber oftmals spätestens mit dem 30jährigen Krieg.

Wo könnte man dann weitersuchen? Hier und da meinte mal jemand zu mir, dass es im Landesarchiv in Schleswig Steuerlisten gäbe. Das beträfe dann vermutlich aber hauptsächlich Hufner oder Kätner vermute ich mal.

Gäbe es sonst noch Optionen?

2. Meine zweite Frage schließt im Prinzip auch gleich daran an. Sie betrifft zwar nicht ausschließlich die Spitzenahnen, aber diese besonders. Wie "bewertet" (und erfasst) ihr für euch unsichere Quellen? Um es vielleicht mal an einem Beispiel zu erklären: In einem Dorf erforscht ihr einen bestimmten Namen. Dann findet ihr einen Eintrag einer Heirat. Dummerweise sind weder die Eltern genannt (noch das Geburtsdatum). Zeitlich passt es vielleicht ganz gut und ebenso vom Ort, so dass "Verwandtschaft" sehr wahrscheinlich ist.

Natürlich kann es Zufall sein oder gar macht man dann einen Onkel zum Bruder?

Bei häufigen Namen würde ich mich da so nicht rantrauen, aber was macht ihr bei eher seltenen Namen? Würde euch bspw. ausreichen, wenn von einer Person das erste und zweite Kind (Sohn und Tochter) die Namen der vermeintlichen Eltern haben?

Ich bin da für jeden Tipp oder Rat dankbar vor allem für eine alternative Suche außerhalb der Kirchenbücher!

Beste Grüße aus Kiel

Jörn

cgraaf 13.01.2022 22:56

Zu Frage 1:
Ja, wenn man das Glück hat, Vorfahren als Hufner und Kätner zu haben, bringen die Steuerlisten, aber auch Schuld- und Pfandprotokolle, einiges mehr.

So auch bei meinen Vorfahren. Zudem gab es Verlustlisten 1618-1648. Und das sog. Fräulein Schatzregister von 1564, in dem mein Spitzenahn auftaucht.
Alles in Schleswig gefunden.
Ansonsten halt die Kirchenbücher, dank Archion online, soweit bereits eingestellt.

Saraesa 14.01.2022 17:14

Grundbucheinträge können zum Beispiel auch etwas Klarheit verschaffen. Beispielsweise habe ich bei Vorfahren mit bis dahin unbekannter Herkunft einen Verweis auf seinen Geburtsort oder bei verzeichneten Kauf- und Erbvongängen Hinweise auf die Eltern bekommen.
Ob sich so etwas erhalten hat, müsste man im zuständigen Archiv erfragen. Ggf. sind auch bei FamilySearch online verfügbare Dokumente zu finden.

holsteinforscher 15.01.2022 21:10

*Wo könnte man dann weitersuchen? Hier und da meinte mal jemand zu mir, dass es im Landesarchiv in Schleswig Steuerlisten gäbe. Das beträfe dann vermutlich aber hauptsächlich Hufner oder Kätner vermute ich mal*,
eine tolle Quelle ist z.B.: Quellenkartei des "Seminars für Europäische Ethnologie/Volkskunde" der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel
Index und Kurzbeschreibung findest dur auf der Seite der AGGSH, die Einträge, die in der Uni liegen, können wesentlich länger sein und sind Abschriften.

Nicht zu unterschätzen, die Landesbibliothek SH. Hier besonders: Kawalek, Jürgen: Schleswig-Holsteinische Familienkunde, drei wirklich dicke Wälzer.


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