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-   -   1 WK. Kriegsgefangenenlager Wieselburg (https://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=213063)

MichiLG 26.11.2021 20:06

1 WK. Kriegsgefangenenlager Wieselburg
 
Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum:
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung:
Konfession der gesuchten Person(en):
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):

Hallo liebe Forschergemeinde! Ich suche Info über Kriegsgefangenenlager bei Wieselburg in 1 WK. Welche Archiv soll ich anschreiben- Zweck Info über bestimmte Kriegsgefangenen? Gibt es noch welche Unterlagen oder die Namenaufzeichnungen?
Mein Großvater war in diesem Lager von 1915- bis1918.
MfG

Svenja 29.11.2021 21:44

Hallo

Hast du im Online-Archiv des IKRK schon nachgeschaut?
https://grandeguerre.icrc.org/en/File/Search

Informationen zum Kriegsgefangenenlager Wieselburg
https://grandeguerre.icrc.org/en/Camps

Ob es zudem in österreichischen Archiven ausser den Sterbeeinträgen in den Kirchenbüchern noch weitere Unterlagen zu den Kriegsgefangenen gibt, weiss ich nicht.

Falls dich auch allgemeine Informationen zu den Lebensbedingungen in den Kriegsgefangenenlagern interessieren, wirst du in den Zeitungen bei Anno fündig.

Hier mal ein Beispiel bezüglich Wieselburg im November 1915 (Deutsches Nordmährerblatt, 6. November 1915, Seiten 2 und 3):
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/a...ef=anno-search
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/a...ef=anno-search

Hier etwas zur Verwendung russischer Kriegsgefangener zu landwirtschaftlichen Arbeiten (Der Bote aus dem Waldviertel, 1. September 1915, Seiten 6 und 7)
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/a...ef=anno-search
https://anno.onb.ac.at/cgi-content/a...ef=anno-search

Gruss
Svenja

sternap 29.11.2021 22:31

eventuell hat man hier etwas für dich zum forschen und suchen.
Ludwig Boltzmann Gesellschaft – Österreichische Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung
Liebiggasse 9
8010 Graz




https://bik.ac.at/das-institut/

MichiLG 29.11.2021 22:41

Guten Abend Svenja und Sternap !!!
Vielen Dank für ihre Hilfe .
Alle Hinweise werde ich nachgehen.
Ich freue mich über jede Möglichkeit etwas neues Erfahren.
Viele vielen Dank und freundliche Grüße

sternap 29.11.2021 23:08

allgemeines im staatsarchiv



http://wk1.staatsarchiv.at/gefangene...efangenschaft/

sternap 29.11.2021 23:20

hier bilder von den zelten und baracken.


https://www.truppendienst.com/themen...r-stacheldraht

https://noe.orf.at/v2/tv/stories/2651200/
https://www.ots.at/presseaussendung/...-und-purgstall

https://www.ooegeschichte.at/epochen...an-der-erlauf/




einige verstorbene des lagers
http://www.denkmalprojekt.org/2015/s...sterreich.html

MichiLG 30.11.2021 19:18

Hallo Sternap !
Ich bedanke mich herzlich für deine Hilfe.
Ich habe schon am Wochenende Kontakt mit Herr Wiesenhofer aufgenommen und er hat mir schon sein Buch verschick.
MfG

sternap 01.12.2021 01:07

erwähnen möchte ich an der stelle ein anderes lager des ersten weltkrieges, das in keinem lagerverzeichnis steht.
mein fragethema damals war, weshalb diverse linzer stadtpläne mit umraum lange vor dem zweiten weltkrieg bereits barackenlager zeigten.



laut mündlicher auskunft eines historikers sollen sich etwa zwischen

traun,st. martin, wegscheid eher entlang der bahnlinie, und teils bishinein zur heutigen einteilung der stadtteile bindermichl-keferfeld und neue heimat, bis zum zweiten weltkrieg bewohnte baracken hier gebliebener, vor allem russischer kriegsgefangener befunden haben.


die baracken wären für das erziehungsheim wegscheid oder gleich als zwangsarbeiterlager und kz-insassen unterkünfte von den nazis weiterverwendet worden, nach dem kriegs teils als camps für displaced persons.
einen artikel dazu fand ich stand 2000 nicht.


theoretisch könnte ein unauffindbarer kriegsgefangener in der zwischenkriegszeit deshalb in den büchern von leonding, traun oder linz in oberösterreich gefunden werden.

Svenja 01.12.2021 01:27

Hallo

Über das Kriegsgefangenenlager Wegscheid im 1. Weltkrieg wurde ebenfalls in mehreren Zeitungen berichtet, die bei Anno einsehbar sind. Teilweise wird erwähnt von welchem anderen Lager die Russen nach Wegscheid kamen oder in welches andere Lager sie von Wegscheid aus gebracht wurden. Teilweise geht es um Fluchtversuche, da werden manchmal die entflohenen Russen sogar mit Namen genannt. Anscheinend gab es sogar eine Bahnhaltestelle und einen Lagerfriedhof, wo die verstorbenen Gefangenen beigesetzt wurden.

Gruss
Svenja

sternap 01.12.2021 02:24

herzlichen dank, svenja, das war sehr erhellend.


aus den artikeln erklärt sich,
1919 stahl ein einheimischer aus pasching, wagram, alles was sich aus den baracken mitnehmen ließ. das klingt mir, als wären die lager wegscheid damals leer gewesen.
1924 wehrt sich die gemeinde gegen die behauptung, sie treibe die miete der in den lagergebäuden wohnenden nicht ein. der zustand wäre unsaniert, im heutigen sinne wohl desolat, besitzer sei die landesregierung, die die sanierung nicht leiste. schelte gegen die ortsverwaltung sei unangebracht.

das lässt verstehen, weshalb sich mittellose menschen ohne rückkehrmöglichkeit in die heimat da um linz herum in den lagern niedergelassen hätten, nach ende des ersten weltkriegs.
in den artikel kommt nun auch ein lager wegscheid-kleinmünchen vor.
eventuell ist das lagergebiet entlang der landwiedstraße bis hinüber zum wasserwald und dem ortskern kleinmünchen gemeint, das bis etwa 1958 weiterbestand, und ein gebiet vom flötzerweg bis zum maxi markt, in dem nach dem krieg unter anderem schaustellersippen lebten.
tatsächlich gab es da viele staatenlose, vielleicht ja wirklich hier gebliebene kriegsgefangene, die nicht in ihre heimat zurückkonnten.


die heutigen zusammengefassten stadtteilnamen und -grenzen sind irreführend anders.
gerüchten nach soll sich in wegscheid eine orthodoxe lagerkirche befunden haben, vielleicht sind geburten und sterbefälle so nicht bei den katholischen kirchen zu finden.

MichiLG 01.12.2021 16:20

Hallo liebe Helfer!
Hallo Svenja!
Hallo Sternap!
Vielleicht hätte ich in meine erste Post etwas ausführliche schreiben sollte aber es ist nie zu spät.
In einige Länder ist etwas schwierig zu forschen z.B. Russland : viele Dokumente sind immer noch unter Verschluss oder überhaupt nicht erhalten geblieben.
Mein Großvater war ein Nachkomme einen Deutsche Auswanderer in 1766 nach Russland. Er sprach Deutsch und Russisch und war katholisch.
Es gab umstrittene Aussagen dass Deutsche Kolonisten waren in 1 W.K. in Russische Armee.
Nur Aus Erzählungen meine Mutter habe ich erfahren, dass Großvater war in 1 W.K. beteiligt und in Gefangenschaft gewesen. In Lager hat er in Landwirtschaft geholfen.
Durch pure Zufall habe ich seine Kriegsgefangener Karte( auf Russisch) gefunden.
Dort steht Wieselburg .
Lager Wieselburg nach 1918 ist aufgelöst gewesen aber Großvater 1923 zurückgekehrt.
Frage: wo blieb er 5 Jahre?
Aus Erzählungen meine Mutter habe ich noch erfahren dass Großvater wollte zurück nach Österreich weil dort angeblich hatte er schon eine andere Frau und Kinder.
Ob es stimmen könnte?
Es geht mir nur um die Fakten ... nicht mehr.
Es gibt schon niemand mehr wem ich noch fragen könnte und nach Vermutungen etwas schwierig zu suchen.

sternap 01.12.2021 23:29

Zitat:

Zitat von MichiLG (Beitrag 1417713)
Hallo liebe Helfer!

In einige Länder ist etwas schwierig zu forschen z.B. Russland : viele Dokumente sind immer noch unter Verschluss oder überhaupt nicht erhalten geblieben.


1.)

ich weiß, dass professor karner vom institut für kriegsfolgenforschung in graz zugang zu russischen archiven bekam, die kein anderes land und kein anderer wissenschaftler bekam. schreibe an das instituit einen brief und bitte um hilfe, es ist eine besondere geschichte.


2.)
ich hoffe, die gemeinde wieslburg hat listen zu den russischen gefangenen, wann sie zurückgeschickt wurden.

sternap 01.12.2021 23:48

Zitat:

Zitat von MichiLG (Beitrag 1417713)
Nur Aus Erzählungen meine Mutter habe ich erfahren, dass Großvater war in 1 W.K. beteiligt und in Gefangenschaft gewesen. In Lager hat er in Landwirtschaft geholfen.
Durch pure Zufall habe ich seine Kriegsgefangener Karte( auf Russisch) gefunden.
Dort steht Wieselburg .
Lager Wieselburg nach 1918 ist aufgelöst gewesen aber Großvater 1923 zurückgekehrt.
Frage: wo blieb er 5 Jahre?
Aus Erzählungen meine Mutter habe ich noch erfahren dass Großvater wollte zurück nach Österreich weil dort angeblich hatte er schon eine andere Frau und Kinder.
Ob es stimmen könnte?


möchtest du den namen vom großvater sagen?

MichiLG 04.12.2021 18:15

Hallo Sternap !
Mein Großvater: Petko Michail ( Michael) v. Heinrich geb.1881. Dorf Nowo-Iljewka,
Ekaterinoslawskaja Gub. ( Ekaterinoslaw Gebiet)
10 Infanterie Regiment.
Gefangenschaft in Kriegsgefangenenlager Wieselburg an der Erlauf
http://https://gwar.mil.ru/heroes/ch...niya_o_poterya

sternap 04.12.2021 18:48

denkst du, er war in österreich verheiratet?

MichiLG 04.12.2021 19:12

Es ist Geschichte, welche ich von meine Mutter gehört habe. Ich glaube dass Sie hatte kein Grund es auszudenken. Ob mein Großvater verheiratet hat, kann ich leider nichts sagen. Ich versuche es rauszufinden. Leider habe ich keine andere Anhaltspunkte. Ich muss zuerst rausfinden, in welches Ort er in Landwirtschaft gearbeitet hat und dafür brauche ich Liste von Gefangenen , welche dafür ausgewellt gewesen.

sternap 04.12.2021 19:15

nicht weit von waidhofen lebte eine familie petko, sagt das telefonbuch. aber ich dachte immer, das ist ein nach 1890 nach österreich gekommener name.

MichiLG 04.12.2021 19:21

Österreich ist für mich ein neue Gebiet. Ohne neue Info komme ich leider nicht weiter.
Zur Zeit habe ich ein tote Punkt. Ich hoffe ,dass bald bekomme ich ein Buch von Franz Wiesenhofer. Vielleich naher bin ich etwas schlauer.

sternap 28.12.2021 08:52

die russen in der heimat und die gefangenen in wieselburg schrieben briefe, sie legten fotos dazu.
aber die zensur nahm das weg.


hier siehst du die zensurierten bilder, sie erreichten niemals russland oder die gefangenen.
wissenschaftler schreiben zu den bildern.

https://www.volkskundemuseum.at/publ...524345938477#5



zum beispiel
https://www.volkskundemuseum.at/publ...24345938477#13

MichiLG 29.12.2021 09:58

Hallo Sternap !!!
Herzlichen Dank für deine Hilfe!!!
Ich habe schon das Buch " Leben hinter Stacheldraht" von Herr Wiesenhofer bekommen.
Werde jetzt versuchen rauszufinden ob die Listen mit Namen des Kriegsgefangenen , welche zu Landwirtschaftliche Arbeit einbezogen waren , irgendwo existieren.
Vielen Dank an Alle für Hilfe und Unterstützung.
Ich wünsche Euch ein Gute Rutsch ins neues Jahr und Erfolg beim Forschung.
Das wichtigste: bleibt Gesund !!!

sternap 29.12.2021 10:47

in kleinen buchstaben steht auf der seite bei nummer 18
https://www.volkskundemuseum.at/publ...24345938477#17





"18 Die Listen mit den Namen der russischen Kriegsgefangen desLagers Wieselburg wurden bei einem Brand vernichtet. Für diese
Information danke ich Franz Wiesenhofer, Purgstall."

MichiLG 29.12.2021 17:01

:cry: Hallo Sternap!!!
Ich hoffe dass es ist nicht alle Listen. Ich bin Optimist.:wink: Irgendwie geht immer weiter.


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