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Alt 02.01.2022, 17:44
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Hallo Svenja, danke für deine Infos!

Ich habe hier – für eventuelle aktuelle oder spätere Interessierte betreffend der Jenzer aus Huttwil – ein paar Infos zusammengestellt.

Der bereits verlinkte von Walter Jenzer erstellte Stammbaum hat diesbezüglich den einen oder anderen Fehler, was die direkten Vorfahren vom Notar Jenzer betrifft. Ist aber ein sehr wichtiges Dokument und Walter hat sehr gute Arbeit geleistet.
-> http://www.iljajenzer.ch/temp/Stammbaum.tif

Es gibt mehrere Antworten, da zu viel Text für eine Antwort.

Herkunft der Jenzer mit Heimatort Huttwil

Hans Ulrich Jäntzer
21. Juli 1732: Hans Ulrich Jäntzer ist mit einer Verena Nyfeler verheiratet. Sie wohnen in Ittishäusern. Sie haben zusammen keine ehelichen Kinder. Sie setzen ein langes Testament auf. Verena Nyfeler wird dabei vom Seckelmeister und Gerichtsässen Daniel Hermann unterstützt (Rechtsbeistand, Vogt, Berater). Haupterbe ist Andreas Jäntzer. Er ist der Sohn des Hans Ulrich Jäntzer. Wahrscheinlich war Ulrich vorher mit einer anderen Frau verheiratet. Seine zweite Frau – Verena Nyfeler – ist die Stiefmutter des Andreas.
Zur Zeit der Erstellung des Testaments wohnt Andreas noch zu Hause. Andreas hat zu diesem Zeitpunkt keine eigenen Kinder.
Im Testament wird zudem erwähnt, dass Rudolf Flückiger 30 Cronen erhalten solle.

Ittishäusern heisst heute Ettishäusern.

Auf https://map.geo.admin.ch kann die Karte von Huttwil von 1864 angeschaut werden. Man kann jedes beliebige Jahr einblenden.

In Johann Nyffeler’s 1871 publizierten Heimatkunde von Huttwil steht zu Ittishäusern:
„Ittishäusern liegt an der alten Landstrasse, die über den Huttwilerberg, bei der Linde vorbei nach Gondiswil führt. In dem engen Tälchen daselbst standen früher zwei Getreidemühlen und eine Stampfe; eine Mühle steht noch heute in Betrieb. Ittishäusern und Weierhaus bilden zusammen einen Gemeindeviertel.“

Woher kommt Hans Ulrich Jäntzer?
Dazu gibt es bisher keine Antwort. Aber ich habe noch nicht alle Kontraktenprotokolle von Huttwil eingesehen. Ich habe bisher die Kontraktenprotokolle von 1730 bis 1800 und die Grundbücher von 1800 bis 1900 eingesehen. Zudem alle Kirchenbücher von Huttwil, die online verfügbar sind. Wegen dem Stadtbrand reichen diese jedoch nicht bis 1730 zurück. Die Burgerrodel der Jenzer aus Huttwil beginnen mit Andreas Jenzer, dem Sohn von Ulrich (siehe Übersicht im Anhang).
Ich werde dieses Jahr nochmals das Staatsarchiv besuchen und die Kontraktenprotokolle vor 1730 durchgehen und versuchen, alle Jenzer-Einträge abzulichten. Jedoch besteht natürlich immer das Risiko, das ich hinten im Namensindex einen Namen nicht gut entziffern kann. Danach kann vielleicht mehr gesagt werden zu Hans Ulrich Jäntzer.

Drei Spekulation:

1. Melchnau:
Im Jahrbuch des Oberaargau 1959 taucht ein Hans Ulli Jäntzer auf im Zusammenhang mit dem alten Dorfbuch von Melchnau. Hans Ulli Jäntzer gibt sich in diesem Buch als Weibel und Schulmeister zu erkennen. Er entstammte einer angesehenen Bauernfamilie. Später Kilchmeier. Sein Vater war Werni Jäntzer, der 1640 ein neues Haus gebaut hatte.
Ist vielleicht dieser Hans Ulli Jäntzer ein Vorfahre vom Hans Ulrich Jäntzer?
Wer von Ittishäusern nördlich durch das beschriebene Tal geht, wird via Gondiswil nach Melchnau gelangen. Vielleicht nur ein Zufall. Genau so wie das ähnliche Familienwappen der Jenzer Huttwil und der Jenzer Melchnau. Überprüfen liesse sich das mit den Kirchenbüchern von Melchnau, aber ich habe aktuell weder die Zeit noch das Geld, diese ausfindig zu machen und Abschriften erstellen zu lassen.

Natürlich gibt es weitere Vermutungen, die angestellt werden könnten:

2. Wie passt Melchior Jäntzer von Nyfel dazu?
1735/1736 ersteigert z. B. ein Melchior Jäntzer ein Gut in Nyffel. Könnte dies ein weiterer im Testament nicht erwähnter Sohn von Hans Ulrich Jäntzer sein? Oder hatte Hans Ulrich Jäntzer einen Bruder und dies war dessen Sohn? 1748 heiraten ein Jakob Lanz und eine Elisabeth Jenzer. Sie leben in Nyfel. Sie haben keine eigenen Kinder. Ein Neffe von Jakob Lanz lebt bei ihnen als Ziehsohn. 1752 kauft Jakob Lanz von seinem Schwäher Melchior Jenzer Hof und Gut zu Nifel. Die Verbindung zu Elisabeth Jenzer ist nicht ganz klar bzw. kann nicht bewiesen werden, weil Schwäher zwei Bedeutungen haben kann: Schwiegervater und Schwager. Falls Melchior Jenzer der Schwiegervater von Jakob Lanz ist, dann wäre Elisabeth vermutlich die Tochter von Melchior.
Falls aber Melchior Jenzer ein Schwager von Jakob Lanz ist, dann hätte Jakob Lanz eine Schwester, die mit diesem verheiratet war.
Beides ist möglich.
1778: Jakob Lanz liegt im Sterben, er und seine Frau erstellen eine Verordnung die besagt, dass der Ziehsohn Hanns Scheidegger das Land und das Gut erhalten solle. Eine Karte vom Gut Nyfel von 1779 (im Staatsarchiv) zeigt das Landstück von Hanns Scheidegger. Sein Name steht dort. Siehe hier: https://www.query.sta.be.ch/detail.aspx?ID=373921

Eventuell findet man in den älteren Kontraktenprotokolle hier ebenfalls weitere Hinweise zu diesem Melchior Jäntzer.

3. Könnten die Jenzer aus Huttwil ursprünglich aus Thunstetten stammen?
Am 13. August 1784 gibt es einen Vergleich zwischen Felix Dennler und dem Ehrsamen Andreas Jenzer, im weissen Ried. Andreas Jenzer ist ein Vogt des Urs Jenzers Ehefrau Anna Maria Hasler. Urs Jenzer scheint Kronewirt in Huttwil gewesen zu sein. Urs Jenzer bzw. als Ursus Jenzer taucht in den Kirchenbüchern auf und daraus geht hervor, das dieser aus Thunstetten stamme. Es gibt daher in den 1780er Jahren zumindest einige Thunstetten-Jenzer in Huttwil. Das bedarf weiterer Analyse.
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