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Alt 02.01.2022, 17:44
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Andreas Jäntzer
Andreas Jäntzer ist der Sohn von Hans Ulrich Jäntzer.
1732 lebte er noch zu Hause beim Vater und seiner Stiefmutter Verena Nyfeler in Ittishäusern. 1732 war er kinderlos.

Am 17.07.1738 kauft Andreas Jentzer für 115 Cronen, Berner Währung, ein Ackerstück in Ittishäusern. Dieses hatte vorher einem Jacob Burkhardt gehört. Andreas Jentzer neues Ackerstück grenzt an eine Weid, die ihm bereits gehört.

Beschreibung des Ackerstücks:
„Acker zu gedachtem Itis Häuseren gelegen, ohngefahr Einer Jucharten Innhalts; stoßt Erstlich an die Huttwyler Allmendt und Hübel Wald, dannen an deß Käuferen Jentzers Weid, derselben nach hinüber und wider hinauf biß an Ulrich Nyffelers Weyd, und dann deren nach biß wider an Ersten Anstoß.“

Zeugen dieses Kaufs waren: Rudolf Minder der Grichtsäß, Ulrich Scheidegger der Mören Wihrt und Samuel Nyffeler all von Huttwyl. Andreas muss 60 Cronen sofort bezahlen und 55 Cronen erst im Mai 1739 bezahlen. Der Vertrag wurde auch von Schultheiss Daniel Hermann bestätigt. Dieser half bereits seiner Stiefmutter beim Testament.

1742 wird Andreas Vater. Sein Sohn Ulrich wird am 18. Februar 1742 getauft.
Ca. 1743 wird Andreas zudem erneut Vater: Sein zweiter Sohn wird auf den Namen Melchior Jenzer getauft.

Am 28.07.1744 hat Jacob Morf aus dem Städtchen Huttwil Geld in unbekannter Höhe von der Gemeinde Huttwil erhalten. In Form einer Obligation. Andreas Jäntzer aus Itisshäusern hat für Jacob Morf gebürgt und ist somit Mitschuldner. Jacob Morf muss jedes Jahr im Mai 100 Pfund Pfennige Bern Währung an die Gemeinde zurück zahlen. Die Gemeinde könne aber jederzeit den ganzen Betrag zurückverlangen. Unterschrieben wurde die Obligation am 28. Juli 1744. Zeugen waren Ullrich Brechbühler Gerichtsäss und Fridrich Minder.

Zudem kauft Andreas ein Stück Wald. Datiert ebenfalls auf 28.07.1744.
Der Ehrsamme Andres Jäntzer zu Ittishäusern kauft von Hanns Brand von Rüederswyl ein Stück Tann-Wald in dem Ittishäusern Wald stehend. Andres besitzt in diesem Gebiet bereits ein Stück Wald, dass neu gekaufte Tannenwald grenzt unter anderem an dieses bereits in seinem Besitz befindliche Stück Wald.

Beschreibung:
[…]ohngefehr Ein und Ein halbe Jucharten haltend. Stost Erstlich an Ullrich Nyffelers Wals, zweytens an Ullrich Nyffelers des Lahmen Weid, drittens an Daniel Nyffelers Weid und
Wald, viertens an Ullrichs Flückigers zu Freybach Wald, fünftens an des Käufern Jäntzers Wald, und dann demselben ach bis wider an Ersten Anstoß. Von welchem Stück Wald der Weidgang andern und zwar Ein Theil dem Ullrich Nyffeler dem Lahmen und der andre Theil dem Daniel Nyffeler gehörig. Sonsten seye dieser Wald in allweg frey, ledig und eigen.

Preis für den Tann-Wald sind 700 Pfund Pfennigen Bern Währung. Am Tag der Unterzeichnung muss er nur das Trinkgeld bezahlen, den Rest kann er im Mai 1745 bezahlen.

Zeugen waren Ulli Nyffeler Kirchmeyer und Peter Nyffeler von Huttwil.

Man kann davon ausgehen, dass Andreas Jenzer von seinem Vater ein Haus geerbt hatte und weiterhin in Ittishäusern lebt. Da macht es Sinn, wenn man Geld hat, in die Umgebung zu investieren.

Trotzdem beteiligt sich Andreas zusammen mit zwei anderen, ein weiteres Grundstück zu ersteigern. Wer von ihnen dort wohnt, ist nicht klar.

Nämlich am 29.03.1747 ersteigern Andreas Jentzer zusammen mit Ulli Niffeler und Melchior Flückiger ein Grundstück.

Beschreibung des Heimwesens in Fiechten:
„Haus und Heimbwesen, samt Beyligend und Zugehörigem ohngfahr 4 Juchart Inhaltendem Erdreich, zu Fiechten, Grichts und Kirchhöri Huttwyl gelegen, stost Erstlichen an Ullerich Fiechters Erdreich, zweytens an Hanns Schärers große Berg, drittens an David Lantzen Rein, 4tens an Hanns Fiechters Acher, fünftens an Melcher Niffelers Wuhrmatten, sechstens an den Bach, und demselben nach hinauf wiederumb an ersten Anstoß.“

Zeugen der Steigerung sind Hl. Schultheiss Daniel Hermann und Uhlrich Nifeler, Alt Kirchmeyer von Ittishäusern.

Schultheiss Daniel Hermann hatte bereits 1732 Verena Nyfeler beraten, als sie und deren Mann ein Testament erstellten.

Wie man sehen kann, tauchen die Familiennamen Nyfeler und Flückiger oft auf.

In Johann Nyffeler’s 1871 publizierten Heimatkunde von Huttwil steht zu Fiechten:
„Ein kleines Dörfchen bildend, besass früher, verbunden mit der Getreide- und Sägemühle, eine Knochenstampe. Zwischen Fiechten und dem Städtchen liegt das schöne Fiechtenfeld, das früher viel zu Militärmusterungen verwendet wurde. Es ist begreiflich, dass dieses Feld für Bauplätze nun starken Absatz findet. Am äussersten nordwestlichen Teil von Fiechten, hart an der Grenze der Kirchgemeinde Rohrbach, ist das Häberenbad, früher Feldmoosbad genannt. Das ???stück über die Entstehung dieser Badeanstalt lautet also: „Dem Herrn Schultheiss Hermann in der Häbern zu Huttwil ist in Ansehung der zu Heilung von Glieder- und Nervenkrankheiten dienlichen Wasserquelle zu bemeltem Feldmoos Bad-Concession ertheilt worden den 3. Mai 1759, von der Kanzlei Bern“.“

1750/1751 ist Andreas Jänzer aus Ittishäusern tot. Er muss daher zwischen März 1747 und 1750/1751 gestorben sein.

Er hatte zwei Söhne. Melchior Jänzer und Ullrich Jänzer. 1750/1751 werden die beiden Buben in einem weiteren Protokoll erwähnt. Genau so wie der verstorbene Vater. Der eigentliche Inhalt des Protokolls ist für mich schwer nachzuvollziehen. Erwähnt werden die Vögte Rudolf Flückiger und Melchior Niffeler. Auch ein Ullrich Niffeler wird erwähnt, vermutlich kauft er den Söhnen bzw. deren Vögten etwas ab. Ulrich Niffeler hatte zuvor mit dem Verstorbenen ein Grundstück in Fiechten gekauft. Die beiden Söhne des verstorbenen Andres sind 1750/1751 noch klein, daher werden sie durch Vögte vertreten. Von Ulrich ist bekannt, dass dieser am 18. Februar 1742 getauft wurde. Melchior wurde ca. 1743 geboren.

Beschreibung:
Erstlichen, In Einem Haus und Heimwesen, samt dem darbey Stehenden Schweinhoof und Ofenhaus, so Rings herum an sein des Käuferen Erdrich Stoßet. Zeytens, In einem halbigen, als dem Underen Theil Speicher, wovon der Obere Theil, auch schon allbereit dem Käuferen
zuständig, und stehet diser ganze Speicher auf deß Käuferen Erdrich. Drittens, In einem Stück Mattland, Ohngefahr Ein Maad haltend, Stoßt an Ullrich Brechbühl, sonst RIngs herum an deß Käuferen Erdrich. Viertens, In einer Matten, Ohngefehr zwey Maad Innhaltend, Stoßt solche erstlichen an die Huttwyler Allment, oder Waldung, das Dünkel Hölzli genant, zweytens an Andreas Niffelers Erdrich, drittens an Wilhelm Niffelers, Viertens widerum an Andreas Niffelers Erdrich, und dann solcherem nach biß wider an ersten Anstoß. Fünftens In einem Stück, so an Wäßer- Acker- und Weydland, in einer Einhägi bey zwanzig Jucharten haltet, Stoßt erstlichen an die Huttwyler Allment, da danne an Andreas Niffelers Weyd, und dann um und um an sein deß Käuferen Erdrich, Alsdann wider an ersten Anstoß. Sechstens In zweyen Stücken Waldung in dem Ittishäußeren Wald stehend, so ordenlicher maßen Außgelacheret sich befinden, und in Ihren wohlbekanten Limiten, Zihlen und Marchen gelegen.

In diesem Protokoll werden auch folgende Personen erwähnt:
Rodolf Niffeler, Melchior Lanz, Peter Jordis, Hans Fiechter und Catharina Burckhardt.

Dabei auch wieder der Hl. Schultheiß Hermann.
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