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  #1  
Alt 26.11.2022, 11:33
TheTinus TheTinus ist offline
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Beiträge: 10
Standard Knifflige Angelegenheit bei ausgesetzten Kind (Vorfahre)

Guten Morgen miteinander,

ich habe vor einiger Zeit auch mit der Ahnenforschung angefangen in meiner Familie. Noch bin ich nicht sonderlich weit, da ich auch momentan noch nur Quellen im Internet nutze bzw. das was in der Familie schon vorliegt.

Allerdings komme ich an einer Stelle schon recht früh nicht sonderlich weit und ich hoffe ihr habt Ideen, wie ich da am sinnvollsten vorgehen könnte um weiter zu kommen.

Es geht um meine Oma. Laut vorliegender Geburtsurkunde (Standesamt Greifswald) vom 30.10.1939 ist sie am 22.10.1914 in Greifswald geboren. Ihre Mutter ist in der Geburtsurkunde mit Vor- und Nachnamen, Beruf, Konfession und als wohnhaft in Zempin, Kreis Usedom-Wollin.
Soweit zu den Fakten laut Geburtsurkunde, die so wie es aussieht kurz vor Ihre eigenen Hochzeit erstellt wurde.

Als überlieferte Geschichte gibt es noch die Aussagen:
- ihre Mutter wurde vom Gutshof geschmissen (wo sie angestellt war), als sie Schwanger wurde mit meiner Oma.
- Bedingung für die Rückkehr zur eigenen Familie war, dass sie das Kind (meine Oma) los werden musste. Dies geschah indem sie meine Oma auf einen Friedhof aussetzte.
- Auf dem Friedhof wurde sie glücklicherweise gefunden und wuchs dann in der Familie der "Finderin" auf. Meines Wissens ohne Adoption.

Wo genau was geschah, das weiß ich leider nicht. Angeblich soll Ihre Mutter genauso wie die neue Familie beide aus Berlin gekommen sein. Ich kenne meine Mutter auch nur in Berlin lebend bis zu ihrem Tot.

Hätte da jemand eine Idee, wo man ansetzen könnte bei der Suche oder ist sowas eher ein Hoffnungsloser Fall? Wäre für Tipps sehr dankbar.

Gruß
Tinus
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  #2  
Alt 26.11.2022, 17:48
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Beiträge: 2.073
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Hallo!

Also geht es Dir hier um Deine Uroma: Wann, wo geboren, was wurde aus ihr.

Da sie 1914 ein Kind bekam, wird sie schon eine ganze Weile verstorben sein.

Der Datenschutz spricht somit nicht dagegen, daß Du uns Vor- und Nachname, Beruf u. Konfession angibst.

Einige hier haben ein Konto bei Ancestry, andere bei myheritage, Archion usw. oder kennen sich zudem gut in Pommern oder Berlin aus.

Ob tatsächlich jemand Deine Uroma irgendwo findet, kann Dir keiner versprechen. Wenn Du uns aber ihre Daten nennst, hast Du zumindest eine Chance.

In dem von Dir genannten Zempin kann ich zur fraglichen Zeit in den Adressbüchern keinen größeren Gutshof oder gar ein Rittergut nachweisen.

MfG
Manni
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  #3  
Alt 26.11.2022, 18:34
TheTinus TheTinus ist offline
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Beiträge: 10
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Hallo Manni,

Danke für deine Antwort. Ja, das mit dem Namen macht durchaus Sinn. Da ich neu hier bin, ist es einfach die Macht der Gewohnheit im Internet etwas zurückhaltender zu sein was Namen angeht

Meine Uroma soll Anna Fischer laut Geburtsurkunde meiner Oma Bertha Frieda Meta Fischer heißen.

Zu Örtlichkeiten kann ich eben wie schon gesagt nur Vermutungen aufstellen durch verschiedene Aussagen von Verwandten. Danke dir aber schon mal für deine Recherche was den Hof usw angeht in Zempin.

Meint ihr, dass das auffinden eines Kindes auf einem Friedhof damals irgendwo dokumentiert wurde?! Vielleicht ist der Geburtsort ja auch eigentlich der Findeort. Vielleicht aber ist der Findeort auch irgendwo in Berlin.
Rätsel da schon eine Weile dran rum...

Gruß
Tinus
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  #4  
Alt 26.11.2022, 18:36
TheTinus TheTinus ist offline
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Registriert seit: 26.11.2022
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Falls relevant bzw unklar für einige: Ein Vater wird in der Urkunde nicht genannt.
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  #5  
Alt 26.11.2022, 19:04
Benutzerbild von NVMini1009
NVMini1009 NVMini1009 ist gerade online männlich
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Zitat:
Zitat von TheTinus Beitrag anzeigen
Meint ihr, dass das auffinden eines Kindes auf einem Friedhof damals irgendwo dokumentiert wurde?! Vielleicht ist der Geburtsort ja auch eigentlich der Findeort. Vielleicht aber ist der Findeort auch irgendwo in Berlin.
Rätsel da schon eine Weile dran rum...
Mir stellen sich in dem Zusammenhang zunächst einmal folgende Fragen:
- hat die Mutter die Geburt zunächst ordnungsgemäß beim Standesamt angezeigt? Oder hat sie das Kind direkt ausgesetzt und die Geburt wurde erst danach beim Standesamt angezeigt?
- Wie wurde die Identität des Kindes ermittelt?

Über die erste Frage dürfte in jedem Fall der tatsächliche Geburtsregistereintrag Aufschluss geben. Die 1939 zur Heirat ausgestellte Urkunde ist ja sicherlich nur ein Auszug, der nur das Wichtigste enthält (Kind, Geburtsdatum, Eltern).

Im Geburtsregistereintrag steht dann, wer die Geburt angezeigt hat.
Wurde die Geburt vor dem Aussetzen ordnungsgemäß angezeigt, dann handelt es sich vermutlich um die Mutter selbst, eine Hebamme, eine Person im Haushalt, in dem die Mutter gelebt hat, oder aber einen Nachbarn.
Wurde die Geburt dagegen erst nach dem Auffinden des Kindes registriert, dann wurde die Anzeige vermutlich von einer Behörde erstattet. Die Ausführlichkeit hängt vermutlich vom damaligen Standesbeamten ab, aber mit etwas Glück könnte es noch eine Sammelakte geben, in der sich die potenziell ausführlichere Anzeige befindet.

Nico
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  #6  
Alt 26.11.2022, 19:39
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo,

was ich nicht verstehe, ist, wie die Finderin das Kind einfach so behalten konnte, angeblich ohne Adoption. Spätestens zur Einschulung hätte es doch auffallen müssen, dass das Kind nicht zu der Familie gehört. Und wenn das Kind ausgesetzt wurde und der Name der Mutter nur aus der Geburtsurkunde bekannt ist, wie kommt es dann zu den Überlieferungen über die Mutter. Oder gab es später Kontakt zur Mutter?

Ich würde mir, wie bereits vorgeschlagen, eine Kopie des Geburtseintrags bestellen. Und die Tochter hat geheiratet, wofür 1939 die Geburtsurkunde benötigt wurde? Im ab Juli 1938 geführten Familienbuch (ersetzte das Heiratsregister) stehen genaue Angaben zu den Eltern der Brautleute, also Geburts- und Heiratsdaten, aber natürlich nur wenn damals dem Standesbeamten bekannt gemacht. Ich würde mir also auch eine Kopie des Familienbucheintrags bestellen, in der Hoffnung, dass sich so noch Hinweise ergeben.

Grüße
Basil
__________________
Zimmer: Oberlausitz und Dresden; Stephanus: Zittau, Altenburg und Ronneburg
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Erzgebirge: Uhlmann, Lieberwirth, Gläser, Herrmann
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  #7  
Alt 26.11.2022, 19:53
TheTinus TheTinus ist offline
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Zitat:
Zitat von NVMini1009 Beitrag anzeigen
- hat die Mutter die Geburt zunächst ordnungsgemäß beim Standesamt angezeigt? Oder hat sie das Kind direkt ausgesetzt und die Geburt wurde erst danach beim Standesamt angezeigt?
Ist mir leider unbekannt.

Auch die Antwort auf die Frage zur Identitätsfeststellung ist mir unbekannt. Da es ja allerdings diese Aussage mit Gutshof gibt und das sie nur zu ihren Eltern zurück durfte ohne Kind, da unehelich, bedeutet für mich, dass ja zumindest irgendwann ein Kontakt bestanden haben muss.
Hmm, oder es gab einen Brief beim Kind liegend, fällt mir gerade spontan ein.

Der Geburtsregistereintrag ist dann in Standesamt Greifswald zu suchen?
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  #8  
Alt 26.11.2022, 20:01
TheTinus TheTinus ist offline
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Hallo Basil,

dein Gedanke, wie es zu den Überlieferungen kam, den stelle ich mir auch schon lang. Irgendwie muss ja Kontakt verändern haben. Persönlich, Brief, wie auch immer.
Das mit der fehlenden Adoption (sind halt auch nur Aussagen), würde ich mal persönlich damit begründen, dass das andere zeiten waren, wo sowas nicht so genau genommen wurde. Falls jemand andere erfahrungen / Meinungen hat, gern her damit. Denke alles kann irgendwie helfen.

Ob die Urkunde 1939 wirklich für die Hochzeit benötigt wird, weiß ich nicht. Der zeitliche zusammenhang, Hochzeit 1940, lässt mich das aber vermuten.
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  #9  
Alt 26.11.2022, 20:27
Benutzerbild von NVMini1009
NVMini1009 NVMini1009 ist gerade online männlich
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Zitat:
Zitat von Basil Beitrag anzeigen
Ich würde mir, wie bereits vorgeschlagen, eine Kopie des Geburtseintrags bestellen. Und die Tochter hat geheiratet, wofür 1939 die Geburtsurkunde benötigt wurde? Im ab Juli 1938 geführten Familienbuch (ersetzte das Heiratsregister) stehen genaue Angaben zu den Eltern der Brautleute, also Geburts- und Heiratsdaten, aber natürlich nur wenn damals dem Standesbeamten bekannt gemacht. Ich würde mir also auch eine Kopie des Familienbucheintrags bestellen, in der Hoffnung, dass sich so noch Hinweise ergeben.
Oh ja, daran habe ich gar nicht gedacht.

Seit Juni 1938 enthielten die Heiratsregister/Familienbücher ausführliche Informationen zu den Eltern der Brautleute. Heißt: Namen, Stand, (letzter) Wohnort, Konfession, Geburtsdatum und -ort sowie Heiratsdatum und Ort.

Das wäre definitiv eine vielversprechende Möglichkeit, Geburtsdatum und -ort der Mutter zu erfahren. Mit dem unehelichen Vater ist aber natürlich nicht zu rechnen, auch wenn das toll wäre.

Nico
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  #10  
Alt 26.11.2022, 22:58
sternap sternap ist offline
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Registriert seit: 25.04.2011
Beiträge: 3.223
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wenn die geschichte so stimmt - sie klingt glaubhaft und wahr - dann solltest du im städtischen urbar eine geschichte dazu, oder in kirchenbuch an ende des jahres bzw. des buches einen eintrag dazu finden.


wenn die mutter das kind aussetzte und beobachtete, dass es rechtzeitig versorgt wurde, müsste sie straffrei ausgegangen sein.
__________________
freundliche grüße
sternap
ich schreibe weder aus missachtung noch aus mutwillen klein, sondern aus triftigem mangel.
wer weitere rechtfertigung fordert, kann mich anschreiben. auf der duellwiese erscheine ich jedoch nicht.




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