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Alt 28.01.2022, 13:22
Benutzerbild von hmw
hmw hmw ist offline
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Registriert seit: 16.06.2016
Beiträge: 1.102
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Hi Peter,

vielen Dank für deine Recherchen! Habe fleißig mitgelesen, kam aber noch nicht zu einer vernünftigen Antwort.

Zu Thünken: Das klingt überaus schlüssig, was du da sagst. Ich hatte noch die Namensherleitungen dieses fränkischen Ortes https://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCngen entdeckt und sonst noch den Anton (Tünnes) im Kopf. Aber dein Gedankengang scheint mir hier unschlagbar.

Zu Thun: Neben Thun in der Schweiz (keltischer Name) gibt es einige Orte namens Thun/Thune usw. im niederdeutschen Sprachraum. Sieht man sich die NVK zum Namen an, fällt auf dass er im ursprünglichen Siedlungsgebiet vor allem in der Gegend um Hamburg und in unserem Suchgebiet vorkommt https://nvk.genealogy.net/map/1890:Thun,1890:Zaun. Gerade in unserer Gegend ist das Vorkommen sehr konzentriert, im restlichen niederdeutschen Sprachraum kommt dann erstmal ein paar hundert Km gen norden wenig. Das spricht nicht dagegen, dass Thun = Zaun (evtl. auch irgendein konkreter Zaun in Schwelm), aber verbreitet ist der Name nicht unbedingt. Die Herleitung halte ich jedenfalls für am wahrscheinlichsten, gefolgt von einem Zuzug aus dem Norden, ein Zusammenhang mit einem der Geschlechter von Thun (wenn dann wohl das pommersche Geschlecht) ist wohl eher unwahrscheinlich.

Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen müsste man wohl auch an der Elbmündung und in Holstein schauen, wo dieser FN dort seinen Ursprung hat. Aber der Zaun ist wohl überall schwer auszuschließen

Gruß
Martin
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SL Marx & Barst in Schmiedeberg NW Rath in Schwelm und Much PL Kunst in "Rawitz in Polen" NS Wörmer in Moisburg und Buxtehude,
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  #12  
Alt 29.01.2022, 11:46
Xylander Xylander ist offline männlich
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Registriert seit: 30.10.2009
Beiträge: 5.519
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Hallo Martin,
ja, die NVK 1890 zeigt ein verblüffendes Bild. Die Häufung für Thun im Norden, der kleine Schwerpunkt für Thun bei uns im Ennepe-Ruhr-Kreis im Westen, dieser aber benachbart zu einem rheinischen Cluster für Zaun, und sonst fast zaun- und thunlose Leere - hatten die Leute keine Zäune oder Gehege, an denen sie wohnten und von denen sie ihre Wohnstättennamen bezogen? https://nvk.genealogy.net/map/1890:Thun,1890:Zaun

Eine rhetorische Frage, denn natürlich wurden überall Grundstücke eingefriedigt, eingehegt, eingezäunt. Aber es gab verschiedene Arten und verschiedene Begriffe, Hag, Hecke, Knick zB. Wenn man dazu nur die -mann-Namen eingibt, füllt sich die Leere im Norden, Westen und Südwesten. https://nvk.genealogy.net/map/1890:T...1890:Knickmann
Die Thun im Ennepe-Ruhr-Kreis sehe ich im Zusammenhang mit den Zaun am Rhein. Zumindest bei den nördlicheren könnte es sich um verhochdeutschte Thun handeln.

Von allen Erklärungen für die Namensentstehung, hinzuzunehmen wäre noch die Zuwanderung aus Dhaun/Hunsrück, ist die eigenständige an Ort und Stelle, wahrscheinlich in Landringhausen, die einfachste. Hier müsste die weitere Ortsgeschichtsforschung ansetzen, vielleicht im NRW-Forum? Zwischen 1486 und 1625 müsste es doch Quellen geben.
Für die Namenbildung brauchte es jedenfalls nicht unbedingt Einwanderer, der Begriff Tun - Zaun, Gehege existierte ja und existiert bis heute - na ja soweit heute in Haßlinghausen heute noch jemand Platt spricht. "Der Alte am Zaun" hieße bei mir (paar km von Landringhausen aufgewachsen) "Dä Uolle am Tuun".

Die anderen Erklärungen sind zwar nicht komplett ausgeschlossen, aber doch sehr viel unwahrscheinlicher.

Viele Grüße
Peter

Geändert von Xylander (29.01.2022 um 11:55 Uhr)
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  #13  
Alt 29.01.2022, 17:47
Malte55 Malte55 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.08.2017
Beiträge: 1.625
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Moin zusammen,
es gibt sicherlich noch weit mehr Varianten zu denen die mir noch bekannt sind. Aber Thunecke, Dunecke und Tunnemann schließen bestimmt auch schon einige Lücken.

Und auch bei den Orten gibt es sicher auch noch mehr wie diesen
LG Malte
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