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  #1  
Alt 28.01.2022, 18:58
Benutzerbild von Sebastian901
Sebastian901 Sebastian901 ist offline männlich
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Registriert seit: 09.08.2020
Beiträge: 492
Standard DNA von Großmutter testen lassen?

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage bezüglich DNA-Test von Myheritage, Ancestry und Co. Meine Großmutter väterlicherseits, 86, ist mein letzter noch lebender direkter Vorfahre.
Ich würde gerne ihre DNA testen lassen um zusehen, ob sie Gene und DNA-Matches hat, die ich nicht geerbt habe. Außerdem interessiert es mich einfach, was bei ihr als Ergebnis rauskommen würde und ich es dann später mit meinem eigenen Ergebnis vergleichen kann. Natürlich kann das keine herkömmliche Ahnenforschung ersetzen. Aber es ist meine letzte Möglichkeit, ein DNA-Ergebnis von einem direkten Vorfahren zu bekommen und deshalb dürfte ich nicht zu lange warten.
Das Problem ist aber, dass sie leider Demenz hat und von ihrer Tochter, also meiner Tante in eine Seniorenresidenz gesteckt wurde. Ihr geht es den Umständen entsprechen gut und sie hat meistens gute Laune. Ich wünschte ich hätte sie schon früher gefragt, aber jetzt ist die Situation wie sie ist.
Meine Frage ist, ob ich tatsächlich die Seniorenresidenz fragen soll, ob ich ihnen den Test schicken darf und sie den Test mit ihr machen. Natürlich nur wenn sie nichts dagegen hat.
Mir ist auch klar, dass sie nicht mehr in der Lage ist, eine richtige Einwilligung zu geben, da sie Demenz hat. Außerdem gehört es nicht zu den Aufgaben der Pfleger, so einen Test zu machen. Aber vielleicht würde ich es wieder bereuen, wenn ich diesmal nicht frage. Es gibt doch auch Leute, die Briefmarken mit der DNA ihrer verstorbenen Vorfahren untersuchen lassen. Die konnten natürlich auch keine Einwilligung mehr geben.
Meine Frage ist, wäre das moralisch/ rechtlich vertretbar, es zu versuchen? Mehr als ablehnen können sie nicht.
Meine Großmutter wohnt auch 300 km entfernt und aufgrund der derzeitigen Pandemie, kann ich sie nicht so oft besuchen.
__________________
liebe Grüße
Sebastian

Geändert von Sebastian901 (28.01.2022 um 19:01 Uhr)
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  #2  
Alt 28.01.2022, 22:29
Benutzerbild von Geschichtensucher
Geschichtensucher Geschichtensucher ist offline weiblich
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Registriert seit: 03.09.2021
Ort: Land Brandenburg
Beiträge: 308
Standard klingt irgendwie kühl...

Hallo Sebastian,
300 km sind, scheint mir, nicht weit, wenn man seine alte Großmutter noch besuchen kann. Viele von uns würden sehr viel weiter fahren, wenn sie die Chance noch hätten, ihre Großeltern zu treffen.

Mach ihr die Freude deines Besuches, sprich mit ihr. Es ist nicht ausgeschlossen, wenn sie sich an ganz alte Begebenheiten noch erinnern kann. Vielleicht triffst du sie in einem hellen Moment an und sie gibt dir freiwillig eine DNA-Probe.
LG Iris
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  #3  
Alt 29.01.2022, 01:02
sternap sternap ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.04.2011
Beiträge: 1.809
Standard

ich sehe das moralisch.
wenn man sich sonst nicht um das wohlergehen das oma im alltag sorgt, weshalb kommt man etwas von ihr holen?
nehmen und geben sollte ausgeglichen sein.
__________________
______________________________
freundliche grüße
sternap


weil man sich nicht sieht, mein gesichtsausdruck: my dog stepped on a bee!
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  #4  
Alt 29.01.2022, 05:54
Benutzerbild von Sebastian901
Sebastian901 Sebastian901 ist offline männlich
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Registriert seit: 09.08.2020
Beiträge: 492
Standard

Hallo,

@Iris:
Danke für die Antwort. Ja, das habe ich mir auch überlegt, dass ich sie auch selber fragen könnte, wenn ich sie das nächste mal nochmal besuche. Normalerweise rufe ich sie an, denn bei einem Besuch muss ich immer gucken, dass ich bei einem Bekannten unterkomme und ich habe auch kein Auto. Ja, die Leitung zu fragen, erschien mir auch komisch, deshalb habe ich hier gefragt, ob ich das machen soll.

@Hallo sternap,
worauf schließt du, dass ich mich ansonsten nicht um das Wohlergehen meiner Großmutter kümmern würde? Ich kann sie eben nicht so oft besuchen. Deshalb habe ich hier nach dem schnellsten Weg gefragt. Und wenn ich sie besuche, stellt sich immer noch die Frage mit der DNA-Probe.
__________________
liebe Grüße
Sebastian
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  #5  
Alt 29.01.2022, 06:09
Benutzerbild von hmw
hmw hmw ist offline
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Registriert seit: 16.06.2016
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Hi Sebastian,

versuch doch einfach bei der nächsten Gelegenheit mal persönlich hinzufahren, auch wenn es mit viel Aufwand verbunden ist - mit einer Mitfahrgelegenheit und einem Hostel kann man doch meist günstig davonkommen. Dann seht ihr euch wieder, du kannst ihr dein Anliegen (hoffentlich) erklären und den Test selber durchführen - ich denke mal das Pflegepersonal hat angesichts der Personalsituation sicher anderes zu tun, als sich mit der exakten Durchführung des DNA-Tests auseinanderzusetzen. So bist du auf der sicheren Seite und erfährst vielleicht noch interessante Dinge von deiner Oma, die sie am Telefon usw. nicht erzählen würde.

Dann dürfte auch die Frage nach der Moral geklärt sein. Oma erhält Besuch und ihr Enkel erhält eine DNA-Probe - für mich klingt das nach einer Win-Win-Situation

Gruß
Martin
__________________
SL Marx & Barst in Schmiedeberg NW Rath in Schwelm und Much PL Kunst in "Rawitz in Polen" NS Wörmer in Moisburg und Buxtehude,
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  #6  
Alt 29.01.2022, 12:35
Benutzerbild von Sebastian901
Sebastian901 Sebastian901 ist offline männlich
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Registriert seit: 09.08.2020
Beiträge: 492
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Hallo Martin,

danke für deine Antwort. Ja, das wäre eine gute Idee. Wenn sie nicht möchte, dann kann ich es ja meinem Cousin oder so schenken
__________________
liebe Grüße
Sebastian
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  #7  
Alt 30.01.2022, 11:44
sternap sternap ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.04.2011
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so einfach ist das nicht, demente sind keine nützlichkeitsmasse für neugierige verwandte oder bekannte.
wenn sie selbst nicht mehr einsichts- oder entscheidungsfähig sind, ist von gesetzlichen betreuer so zu entscheiden, dass der wahrscheinliche wille der klienten möglichst genau getroffen wird.



wenn es also deiner oma nie eigenes interesse war, ihre DNA analysieren zu lassen, so gibt es keinen grund, das mit ihr zu machen.

mit recht bemühen sich rechtsanwälte derzeit intensiv, möglicherweise ahnenforschungs-hobbyzwecken dienende DNA- probenabnahme anzuzeigen und im interesse der, zum beispiel dementen, opfer hart bestraft sehen zu wollen.


du musst dich schon mit dem gesetzlichen vertreter deiner dementen oma schriftlich darüber austauschen, ob der probenentnahme zugestimmt wird, weil es zu ihren wünschen gehörte, genetisch durchleuchtet zu werden..
__________________
______________________________
freundliche grüße
sternap


weil man sich nicht sieht, mein gesichtsausdruck: my dog stepped on a bee!
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  #8  
Alt 30.01.2022, 11:51
Benutzerbild von Scherfer
Scherfer Scherfer ist offline
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Hallo Sebastian,

so sehr ich Deine Beweggründe und Neugier verstehe und so sehr ich auch objektiv einen Sinn darin sehe, möglichst die frühestmögliche Generation für DNA-Vergleiche zur Verfügung zu haben, möchte ich nach Deiner Schilderung sternap zustimmen. Wenn Deine Oma bereits dement ist und ihre Urteilsfähigkeit dadurch eingeschränkt ist, fände ich es ethisch nicht vertretbar, sie zur Abgabe einer Speichelprobe zu bewegen.

Im Übrigen stelle ich mir seit Längerem eine ähnliche Frage: Mein Vater, der nun zwar glücklicherweise noch nicht dement ist, wird selbst vermutlich keinerlei Interesse daran haben, seine DNA analysieren zu lassen. Ich fände es natürlich höchst spannend, weil es mir erlauben würde, meine mütterlichen und väterlichen DNA-Anteile genau zuordnen zu können. Aber trotzdem möchte ich ihn nicht zu etwas überreden, was nicht in seinem ureigenen Interesse liegt. Deshalb habe ich das Thema bei ihm noch nicht einmal angesprochen, wohlwissend dass die Chance irgendwann unwiderruflich vorbei sein wird.
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  #9  
Alt 30.01.2022, 12:21
Benutzerbild von Gudrid
Gudrid Gudrid ist offline weiblich
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Ich bin ja auch schon in einem Alter, wo man bald in den zweiten Frühling übergehen kann. Aber ich verstehe eure Bedenken bezüglich der DNA Abnahme nicht. Es tut doch niemanden weh. Fällt das unter Datenschutz?
Ich denke, man sollte da nicht so übersensibel reagieren, mir persönlich wäre es völlig egal, wenn jemand DNA Proben von mir nimmt, auch wenn ich nicht mehr zustimmen kann.
In den sozialen Medien wird geplappert und geplaudert und das Innerste nach außen gekehrt. Warum sollte man hier so empfindlich reagieren?

Schönen Sonntag euch!
__________________
Liebe Grüße
Gudrid
Lieber barfuß als ohne Buch
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  #10  
Alt 30.01.2022, 12:41
Benutzerbild von Huber Benedikt
Huber Benedikt Huber Benedikt ist offline
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Registriert seit: 20.03.2016
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Naja rechtlich ist die Abnahme einer Probe
1) ein körperlicher Eingriff (und sei er auch noch so geringfügig)
2) die beabsichtigte Durchführung der Analyse fremdem Genmaterials ein Eingriff in dessen Persönlichkeitsrecht (und zwar ein ganz gewaltiger)
Selbstverständlich ist zu beidem die Einwilligung notwendig.
Wenn Demenz vorliegt mit Heimunterbringung ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit ein Betreuer*ìn bestellt. (vermutl. die Tante als nächster Verwandter)
Ob die Oma "überredet" werden kann oder gar selbst freudig einverstanden ist spielt null Rolle.
Ebenso haben Pfleger oder Heimleitung oder wer auch immer hier gar nix zu sagen oder zu erlauben.
Die Einwilligung kann nur pers. erfolgen und soweit eine Betreuung vorliegt nur durch den Betreuer. Punkt.
Ggf. könnte die verweigerte Einwilligung des Betreuers durch gerichtl. Entscheidung ersetzt werden
was aber sicher nicht erfolgt nur weil jemand irgendwelche gentechnischen Zusammenhänge erfahren will.
Soo soweit das Rechtliche.
Wer das Risiko eingehen will kann natürlich der Oma anlässlich eines Besuches mal nen Lolli
in den Mund schieben ohne jemand was zu sagen.....erlaubt isses nicht !!
__________________
Ursus magnus oritur
Rursus agnus moritur

Geändert von Huber Benedikt (30.01.2022 um 12:43 Uhr)
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