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  #11  
Alt 24.09.2021, 00:16
Gastonian Gastonian ist offline
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Hallo, Frank:



Oooh, ausgezeichnet! Da muß ich mal nachsehen, ob ich die Familie auf den Prästationstabellen oder den Schoßregistern finden kann - in den Erbhuldingungsakten sind sie nicht verzeichnet.


Vielen Dank!


--Carl-Henry
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  #12  
Alt 21.06.2022, 10:21
Gastonian Gastonian ist offline
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Hallo allerseits:

Ich habe gestern im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (Signatur BPH, Rep. 192 NI Ritz, J. F., Nr. 1358) zwei Briefe der Charlotte von Manstein entdeckt, in dem sie kurz vor ihrer Heirat über ihren zukünftigen Mann Carl Friedrich Pitt schrieb. Die Briefe waren an Johann Friedrich Ritz, dem engen Vertrauten des Königs Friedrich Wilhelm II. von Preußen, gerichtet und enthielten Bitten zur Förderung ihres Geliebten.

In dem ersten Brief, datiert 12.11.1790, beschreibt sie ihn als "ein Fremdling aus Pommern hat Theologie studiert." In dem zweiten Brief, datiert 11.12.1790 (zur Transkription, siehe https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=221550) behauptet sie erfahren zu haben, daß er ein uneheliches Kind (zu Lebzeiten nicht anerkannt) eines Herrn v. Platen sei, der dann bei dessen Bruder dem Decanus v. Platen erzogen und zum Studium der Theologie gezwungen wurde, und dem der Name Pitt zur Deckung seiner eigentlichen Herkunft gegeben wurde.

Mit dem Decanus v. Platen ist wohl der Georg Ernst v. Platen zu Sagard (Rügen) gemeint, der Domdechant in Cammin war (siehe im gothaischen Taschenbuch http://digital.ub.uni-duesseldorf.de...geview/8306046). Seine zwei Brüder waren Dubislaw v. Platen, Chef des preußischen Dragoner-Regiments Nr. 8 (Alt-Platen), und Leopold v. Platen, Chef des Dragoner-Regiments Nr. 11 (Jung-Platen). Ich vermute, daß man hier der armen Charlotte v. Manstein (die wegen ihrer Liebe zu einem mittellosen Studiosus von ihrer Familie verstoßen wurde) etwas vorgaukelte, da ihr Vater Hauptmann im Dragoner-Regiment Nr. 8 unter Alt-Platen gewesen ist. Aber die zwei Briefe klären doch, daß Carl Friedrich Pitt aus ungewissen Familienverhältnissen in Pommern (und nicht etwa Großbritannien) stammte.

VG

--Carl-Henry
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  #13  
Alt 21.06.2022, 11:48
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Hallo Carl-Henry,

sehr spannende Geschichte, die Du da ausgegraben hast!

Zitat:
Zitat von Gastonian Beitrag anzeigen
Ich vermute, daß man hier der armen Charlotte v. Manstein (die wegen ihrer Liebe zu einem mittellosen Studiosus von ihrer Familie verstoßen wurde) etwas vorgaukelte, da ihr Vater Hauptmann im Dragoner-Regiment Nr. 8 unter Alt-Platen gewesen ist.
Warum sollte jemand ein Interesse daran gehabt haben, Charlotte ein solches Märchen zu erzählen? Um ihren Vater ein wenig zu besänftigen? Oder gab Charlotte nur vor, jemand habe ihr diese Dinge erzählt? Sie nahm immerhin in Kauf, den Ruf der Familie v. Platen, insbesondere eines konkreten Mitglieds der Familie (als Erzeuger eines nichtehelichen Kindes) sowie ihren eigenen (als mögliche Verleumderin, falls die Sache gar nicht der Wahrheit entsprach) zu beschädigen.

Zitat:
Zitat von Gastonian Beitrag anzeigen
Aber die zwei Briefe klären doch, daß Carl Friedrich Pitt aus ungewissen Familienverhältnissen in Pommern (und nicht etwa Großbritannien) stammte.
Die zwei Briefe klären bis auf die Tatsache, daß Carl Friedrich sehr wahrscheinlich nicht aus England stammt leider wenig. Zunächst wäre interessant zu wissen, wieso er überhaupt den Namen Pitt trug. Wer war Pitt? Sein Vater? Seine Mutter? Keiner von beiden? Wie kam er gerade zum Dekan v. Platen?

Das ist eine der Situationen, in denen man sich wünscht, Zeitreisen unternehmen zu können, um die handelnden Personen selbst zu befragen.

Viele Grüße
consanguineus
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Rötger Martin TODE, Obergerichtsprocurator in Hamburg, * 1735, + 1805
Carl KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * um 1700
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
Thomas SCHÜTZE, Bürgermeister in Wernigerode 1561
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  #14  
Alt 21.06.2022, 12:21
Gastonian Gastonian ist offline
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Hallo consanguineus:

Ja, sehr spannend.

In ihrem Brief an den Vertrauten des Königs hat sie zwei Gewährsleute ihrer Geschichte genannt, die eine die "Buhle" des Decanus v. Platen, der andere ein Geistlicher in Cammin, dem der Erzeuger die Geschichte erzählt haben soll. In diesem Brief hat sie um die Adelserhebung ihres Geliebten gebeten sowie die Erlaubnis, daß er fortan den Namen v. Platen führe; weder das eine noch das andere hat man ihm gewährt, hat man also am Hof wohl diese Geschichte nicht geglaubt.

Der Name Pitt, obwohl sehr selten in Ostpreußen, ist etwas weiter verbreitet in Hinterpommern. Aber zu welcher Familie Pitt der Carl gehört haben könnte, weiß ich nicht. Laut dem Brief hat der Carl selber über seinen Ursprung nichts gewußt, bis man ihm (nach dem Tod der drei Gebrüder v. Platen) diese Geschichte erzählt hat.

Für mich das nächste Desideratum ist herauszufinden, wo er Theologie studiert hat. In den gedruckten Matrikeln von Königsberg und Frankfurt/Oder ist er nicht zu finden, und in den handschriftlichen Matrikeln von Greifswald habe ich ihn auch nicht gefunden (muß heute noch einmal in der gedruckten Matrikel nachschlagen). Die andere Universität im Königreich Preußen war in Halle, aber deren Matrikeln aus den 1770er/1780er Jahren (Carl ist etwa 1762 geboren) sind weder gedruckt noch digitalisiert - wie kommt man da daran, ob er vielleicht in Halle studiert hat?

VG

--Carl-Henry
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  #15  
Alt 21.06.2022, 12:35
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo Carl-Henry,

aus eigener Erfahrung bei der Erforschung meiner akademisch ausgebildeten Vorfahren kann ich nur sagen, daß ich mich nicht auf die preußischen Universitäten festlegen würde. Preußische Untertanen durften auch ganz woanders studieren, und sie taten das auch. In Rostock habe ich eben auf die Schnelle niemanden namens Pitt/Bitt gefunden. Wittenberg wäre meines Erachtens ein heißer Kandidat. Auch Göttingen käme in Betracht.

Viele Grüße
consanguineus
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  #16  
Alt 21.06.2022, 17:02
Gastonian Gastonian ist offline
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Hallo consanguineus:

Danke für den Hinweis. Ja, in Rostock gibt es nichts passendes unter Pitt*/Bitt*. Die gedruckten Matrikeln von Göttingen und Wittenberg sind nicht online; habe sie gerade bei der Bibliothek des GStA PK bestellt, da ich ja noch in Berlin bin.

VG

--Carl-Henry
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