#1  
Alt 11.11.2021, 22:45
HelenHope HelenHope ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 10.05.2021
Beiträge: 319
Standard Heirat naher Verwandter

Heute stieß ich zum ersten Mal auf etwas, dass mir dann doch die Sprache verschlug :

Der etwa 65 Jährige Onkel heiratet seine 26 Jährige Nichte.
Ich bin noch immer etwas schockgefroren. Perfide Vorstellung.


Nun interessiert mich aber, welche Verbandelungen von näheren Verwandten sich bei euch so finden?
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 11.11.2021, 23:04
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.05.2018
Ort: Harz
Beiträge: 4.038
Standard

Eine Heirat zwischen Vetter und Cousine ersten Grades war bis Ende des 19. Jahrhunderts nichts, was irgendwie Anstoß erregt hätte im Umfeld meiner Familie. Nicht, daß es häufig vorkam, aber es kam vor. Ich glaube, man war sich nicht darüber im Klaren, welche Auswirkungen diese Praxis hatte.
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Carl KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * um 1700
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 11.11.2021, 23:09
Gastonian Gastonian ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.09.2021
Ort: USA
Beiträge: 993
Standard

Hallo:


Na, so wie ich es hier (https://de.wikipedia.org/wiki/Verwan...sches_Eherecht) lese, ist solch eine Heirat heutzutage in Deutschland grundsätzlich erlaubt - verboten sind nur Ehen zwischen Geschwistern/Halbgeschwistern oder zwischen Eltern/Kindern bzw. Großeltern/Enkeln. Mit deinem Fall in 1780 waren die Regeln etwas straffer - das Paar mußte sich ja einen königlichen Dispens holen.



Heiraten einer Nichte war anscheinend beliebt im spanischen Königshaus (https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_B...Verwandtenehen), aber ich habe es auch in einer gutbürgerlichen Familie norwegischer Einwanderer in den USA im 19. Jahrhundert gesehen.


Heiraten von Cousinen ersten Grades gab es im 19. Jahrhundert sowohl in meiner Familie (in South Carolina) wie in der meiner Freundin (norwegische Einwanderer in Illinois)


VG


--Carl-Henry
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 11.11.2021, 23:23
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.03.2017
Ort: Österreich
Beiträge: 1.875
Standard

Es gibt nichts, was es nicht gibt, bei den Adeligen und bei den Bürgerlichen.

Onkel/Nichte, Tante/Neffe z.B. im spanischen und im portugiesischen Königshaus.

Oder noch schlimmer: Halbbruder und Halbschwester bei den alten Ägyptern.

Das haben nicht einmal die Habsburger, Bourbonen etc. zusammengebracht.

Bei meinen Ahnen väterlicherseits, soweit recherchiert, ist die näheste Verbindung folgende:

Aloisia Riedler (1858-1937) und Rudolf Strauss (1863-1913), Cousin und Cousine 2. Grades, ihre Großmutter mütterlicherseits und sein Großvater mütterlicherseits waren Geschwister.

Bei anderen Paaren u.a. meinen Großeltern väterlicherseits Cousin und Cousine 4. Grades - über eine Linie - sowie Cousin und Cousine 5. Grades über eine andere Linie.

Alle waren katholisch, soweit ich das recherchiert habe, was die einen oder die anderen nicht daran gehindert hat, vor der Ehe Kinder zu haben oder gar nicht erst zu heiraten.

Naja, ist halt so.

Herzliche Grüße

Andrea
__________________
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Aufgeben tut man einen Brief.

Geändert von Andrea1984 (12.11.2021 um 19:21 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 12.11.2021, 00:29
Benutzerbild von HeikoH
HeikoH HeikoH ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.11.2017
Ort: Bochum
Beiträge: 211
Standard

Hallo,

in der Computergenealogie, Heft 1/2020, gab es zu dem Thema einige Artikel.

Liebe Grüße
Heiko
__________________
Genealogische Visitenkarte
Forschungsgebiete:
Bochum, östl. Teil von Ostwestfalen-Lippe (Kreise Lippe, Paderborn und Höxter), West- und Ostpreußen
Häufigste Namen im Stammbaum:
Hungerige, Hungrige, Hungerge, Hungern, Gröblinghoff, Crawinkel, Reisdorf, Döring, Haase, Pudenz, Galuske, Grabowski (bis 1920, dann: Rechner), Micus, Reineke, Berg, Leyk
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 12.11.2021, 08:13
gki gki ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 4.401
Standard

Es kommt, wie eigentlich immer bei der Ahnenforschung, auf das Wo und das Wann an.

Generell solltem bei katholischen Ahnen so enge Verwandtschaftsverhältnisse nicht vorkommen, da sie dem Kirchenrecht widersprechen.

Mein Urgroßvater war auch Onkel seiner Frau - allerdings 6ten Grades.
__________________
Gruß
gki
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 12.11.2021, 11:39
Benutzerbild von Gudrid
Gudrid Gudrid ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 22.04.2020
Ort: Südostoberbayerisches Alpenvorland
Beiträge: 891
Standard

Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Es kommt, wie eigentlich immer bei der Ahnenforschung, auf das Wo und das Wann an.

Generell sollten bei katholischen Ahnen so enge Verwandtschaftsverhältnisse nicht vorkommen, da sie dem Kirchenrecht widersprechen.
Bei uns hier, auch alle streng katholisch, war das zumindest im 18. und 19. Jahrhundert verboten. Ich denke, dass man wohl wusste, was daraus entstehen kann. Die Pfarrer vermerkten streng jede Verwandtschaft 3. und 4. Grades des Brautpaares in den Kirchenbüchern. Bestimmt wurde das eine oder andere Mal der Dispens auch verweigert.

Bei meinen direkten Ahnen findet sich kein einziges Mal eine Verwandschaftsverbindung, in den Seitenlinien einmal 3. Grades, einmal 3. und 4. Grades.
__________________
Liebe Grüße
Gudrid
Lieber barfuß als ohne Buch
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 12.11.2021, 11:52
Kotel Kotel ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 20.02.2018
Beiträge: 68
Standard

Ich habe einen ähnlichen Fall unter meinen Ahnen: Ein 52-järiger Witwer heiratet 3 Monate, nachdem seine erste Frau verstorben ist, die 26-jährige Tochter seiner Schwester.


Im Kirchenbuch steht "Blutsverwandschaft 3° ungleicher Linie" und "Nachsicht nach 2. und 3. Aufgebot". Letzteres lege ich so aus, dass man solche Ehen nicht so einfach schließen konnte, sondern man schon eine Begründung vorbringen musste.
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 12.11.2021, 12:34
DoroJapan DoroJapan ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 10.11.2015
Beiträge: 2.128
Standard

Hallo,

meine Urgroßeltern sind Cousin und Cousine 1. Grades. Die jeweiligen Mütter sind Schwestern. Damit sind ihre gemeinsamen Vorfahren die Großeltern.

liebe Grüße
Doro
__________________
Brandenburg: Lehmann: Französisch Buchholz; Mädicke: Alt Landsberg, Biesdorf; Colbatz/Kolbatz: Groß Köris; Lehniger, Kermas(s), Matzke: Schuhlen-Wiese(Busch)
Schlesien: Neugebauer: Tschöplowitz+Neu-Cöln (Brieg); Gerstenberg: Pramsen; Langner, Melzer, Dumpich: Teichelberg (Brieg); Kraft: Dreißighuben (Breslau), Lorankwitz
Pommern-Schivelbein: Barkow: Falkenberg; Bast: Bad Polzin
Böhmen-Schluckenau: Pietschmann: Hainspach, Schirgiswalde; Kumpf: Alt Ehrenberg 243, 28; Ernst: Nixdorf 192
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 12.11.2021, 14:09
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.12.2006
Ort: Bern, Schweiz
Beiträge: 2.021
Standard

Hallo

Meine Urgrosseltern waren auch Cousins 1. Grades, ihre Väter waren Brüder. Bisher ist das aber tatsächlich mein einziger Ahnenschwund und auch Heirat von Onkel und Nichte sind mri in meinem eigenen Stammbaum noch nicht untergekommen.
Dafür immer mal wieder Cousins 1. Grades oder weiter entfernt. Und auch sowas wie Tante und Neffe 2. oder 3. Grades, wo es eine Generationenverschiebung gab und das Paar eigentlich etwa gleich alt war. Auch immer mal wieder vor kam das Heiraten des Schwagers bzw. der Schwägerin, wenn der Ehepartner starb. Aber doch seltener als Cousins 1. Grades.
Cousins 1. Grades hatte ich sowohl in der evangelischen Schweiz wie auch im katholischen Italien (da dann mit Dispens).

Cousins-Heiraten scheinen heute auch im Balkan noch weit berbreitete Praxis zu sein, zumindest haben wir darüber eine neuere Dissertation in der Bibliothek.
__________________
Viele Grüsse von Garfield

Suche nach:
Caruso in Larino/Molise/Italien
D'Alessandro in Larino und Fossalto/Molise/Italien und "Kanada"
Jörg von Sumiswald BE/Schweiz
Freiburghaus von Neuenegg BE/Schweiz
Wyss von Arni BE/Schweiz
Keller von Schlosswil BE/Schweiz
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:56 Uhr.