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  #1  
Alt 18.11.2021, 14:57
TempusFugit TempusFugit ist offline
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Registriert seit: 14.11.2021
Beiträge: 29
Standard Archivieren von Papieren und Fotos

Ich habe meinen (leider kleinen) Fundus an Papieren, welche die Familie betreffen, mittlerweise digitalisiert damit ich nicht immer wieder die alten Sachen rauskramen, durchblättern und wegräumen muß. Das macht das Ganze doch um einiges bequemer.

Ich habe nebenbei ein bisschen nachgelesen, wie Papiermaterialien am besten aufbewahrt werden sollten, und bin dann auch über das Problem mit den Säuren gestolpert. Richtig große Archive machen das ja mit Chemie in verschiedenen Naßverfahren, was natürlich zu Hause schlecht zu machen ist.

Gibt es für den Privatmenschen anwendbare Lösungen? Vielleicht sowas ähnlich einem Löschpapier, was man zwischen die Blätter legt? Oder mache ich mir hier zu viele Gedanken?
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  #2  
Alt 18.11.2021, 15:04
OliverS OliverS ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.07.2014
Ort: Süddeutschland
Beiträge: 2.905
Standard

Hallo,
du dürftest über die Suche im Forum die Antwort finden. über Archivierung, wie damit umgehen und welche Stoffe oder auch nicht wurde hier schon viel Diskutiert.
Hier ein paar Beitrage mit dem Thema.

https://forum.ahnenforschung.net/sho...ht=sinn+unsinn

https://forum.ahnenforschung.net/sho...t=archivierung

https://forum.ahnenforschung.net/sho...ht=sinn+unsinn

https://forum.ahnenforschung.net/sho...t=aufbewahrung

Große Archive legen die Unterlagen die sie schützen wollen zwischen archivfestes Papier und dann in eine Archivschachtel.
Dann kommt es eher auf die Temperaturen und Luftfeuchte an, damit die Papiere divers Jahrzehnte überdauern.
Hier auch noch ein schöner Artikel:
https://pro-heraldica.de/alte-dokume...g-aufbewahren/
Gruß
__________________
Dauersuchen:

1) Frau ?? verwitwerte WIECHERT, zwischen 1845 und 1852 neu verheiratete SPRINGER, wohnhaft 1852 in Leysuhnen/Leisuhn
2) GESELLE, geboren ca 1802, Schäfer in/aus Kiewitz bei Schwerin a.d. Warthe und seine Frau Henkel
3) WIECHERT, geboren in Alikendorf (Großalsleben) später in Schönebeck

Geändert von OliverS (18.11.2021 um 15:08 Uhr)
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  #3  
Alt 18.11.2021, 16:07
TükkersMitÜ TükkersMitÜ ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.11.2015
Beiträge: 333
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Hallo,

ich habe mal vor ein paar Jahren in einem kleineren Archiv Akten umgebettet (als eine Art Ferienjob). Ich habe damals alles entmetallisiert (Büroklammern und Tackerklammern verderben das Papier) und es in Einschlag-/bzw. Jurismappen umgelagert. Die sehen z.B. so aus: https://www.regis.de/de/einschlag-jurismappe

Die Mappen kommen dann wiederum in einen Archivkarton. Ich habe das für mich zu Hause jetzt auch so eingeführt, das hat mich erstmal um die 10 Euro gekostet (2 Kartons und mehrere Mappen). Wie effektiv es ist, kann ich nach so kurzer Zeit noch nicht beurteilen, aber vielleicht hilft es dir ja trotzdem.

Viele Grüße
Annika
__________________
Philipp Frommel (*ca. 1782 WO?, + 1840 Lisewo Kolonia) verheiratet mit Maria Catharina Storr (*1775 Sensweiler + 1850 Lisewo), Niederwörresbach und Lisewo Kolonia, Eheschließung um/nach 1800 gesucht
Familie Steinbach in Louisenaue und Pollychener Holländer Krs. Landsberg/ Warthe
Familie Schulz in Spiegel Krs. Landsberg/ Warthe
Schäfer Gottfried Wesener + 1781 und Büdner Christian Friedrich Schimkönig oder Winckelmann in Groß Leuthen und Umgebung
Familie Kunde in Pollnow Krs. Schlawe
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  #4  
Alt 18.11.2021, 19:52
TempusFugit TempusFugit ist offline
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Registriert seit: 14.11.2021
Beiträge: 29
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Danke!

Ich denke in meinem Falle wird es das einfachste sein, ein bisschen Archivpapier und ein oder 2 Archivkartons zu bestellen.
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  #5  
Alt 19.11.2021, 12:09
sternap sternap ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.04.2011
Beiträge: 1.902
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wenn das archivgut z.b. an einer außenmauer im schrank liegt oder große temperaturunterschiede vorhanden sind, empfiehlt sich ein trockensack z. b. mit dem inhalt bentonit. sobald feuchtigkeit eingesogen ist, in einigen wochen oder monaten vielleicht, ihn auf dem heizkörper wieder ausschwitzen lassen.
weiter benützen.



alternativ kann man bentonit katzenstreu (unbenutze ) in ein selbst genähtes filz- oder vliessäckchen schütten und damit in schränken oder truhen für geringere luftfeuchtigkeit sorgen.
diese trockenpacks eignen sich auch im werkzeugkasten, im schrank mit den stickereien von früher oder im verschlossenen eimer mit dem trockenfutter gut.
__________________
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freundliche grüße
sternap


weil man sich nicht sieht, mein gesichtsausdruck: my dog stepped on a bee!
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  #6  
Alt 19.11.2021, 15:03
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Ort: Bern, Schweiz
Beiträge: 2.021
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Hallo
Zitat:
Zitat von TükkersMitÜ Beitrag anzeigen
Hallo,
ich habe mal vor ein paar Jahren in einem kleineren Archiv Akten umgebettet (als eine Art Ferienjob). Ich habe damals alles entmetallisiert (Büroklammern und Tackerklammern verderben das Papier) und es in Einschlag-/bzw. Jurismappen umgelagert. Die sehen z.B. so aus: https://www.regis.de/de/einschlag-jurismappe
Genau, das habe ich so auch in Theorie und Praxis in Archiven gelernt. Nebst dem Entfernen von Metall ist auch das Entfernen von Plastik wichtig (Plastikmappen, Klammern, Gummibänder etc. Einfach alles. Denn viele Metalle aus dem Bürobedarf rosten nach einigen Jahren und Plastik enthält häufig Weichmacher, der dann die Archivalien angreifen kann. Auch viele Filzschreiber enthalten Lösungsmittel und sind damit schädlich - wenn man sich also die Mühe macht und alles umpackt, dann sollte man dieses entweder mit einem zertifizierten archivtauglichen Schreiber (gibt es zB von Edding oder anderen Firmen) oder einem simplen weichen Bleistift anschreiben.
Was da auch nichts zu suchen hat, ist jegliches Klebeband, Tesa etc. und jeglicher Leim ausser Weissleim.

Zitat:
Zitat von sternap Beitrag anzeigen
wenn das archivgut z.b. an einer außenmauer im schrank liegt oder große temperaturunterschiede vorhanden sind, empfiehlt sich ein trockensack z. b. mit dem inhalt bentonit. sobald feuchtigkeit eingesogen ist, in einigen wochen oder monaten vielleicht, ihn auf dem heizkörper wieder ausschwitzen lassen.
weiter benützen.

alternativ kann man bentonit katzenstreu (unbenutze ) in ein selbst genähtes filz- oder vliessäckchen schütten und damit in schränken oder truhen für geringere luftfeuchtigkeit sorgen.
diese trockenpacks eignen sich auch im werkzeugkasten, im schrank mit den stickereien von früher oder im verschlossenen eimer mit dem trockenfutter gut.
Im Prinzip ja, da wäre ich jetzt einfach nicht sicher, ob die Chemie darin dann die Archivalien angreifen kann.

Archive haben üblicherweise 18 Grad und 45% Luftfeuchtigkeit, was sich natürlich zuhause kaum umsetzen lässt. Am wichtigsten ist zuhause, dass man die Archivalien stabil lagert, also keine zu grossen Schwankungen bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Daher am besten in der Wohnung lagern und nicht im Keller oder auf dem Dachboden.
Archive lassen tatsächlich manche Archivalien "entsäuern", aber der Prozess ist aufwändig und daher teuer. Bei uns können sich das längst nicht alle Archive leisten und wenn, wird meines Wissens gut überlegt, bei welchen Archivalien sich das besonders lohnt. Nötig ist es sowieso nur für Dokumente ab ca 1850, als das Papier industriell gebleicht und dann auch recycelt (z.B. Zeitungspapier) wurde. Für Privatpersonen ist das aber kaum eine Option und ggf. nicht mal möglich, weil die wenigen vorhandenen Firmen gut ausgelastet sind.

Allgemein empfiehlt sich für Archivschachteln, erwähnte Jurismappen oder einfach Einlegepapier, säurefreie zu verwenden. Das machen auch Archive so. Für Archivalien aus Papier geht "säurefrei gepuffert", während Fotografien auf keinen Fall in gepufferten Materialien archiviert werden sollen (weil die dann chemisch mit den Fotografien reagieren).
Bei mir steht auch noch so ein Aufräum-Projekt an, dafür habe ich mir auch säurefreie Archivschachteln gekauft und anstatt Jurismappen einfach eine Packung A4 säurefreies, ungepuffertes Papier. Daraus werde ich mir selbst Mappen falten für die Fotosammlung, damit ich sie weiterhin nach Thema zusammen halten und mit Bleistift beschriften kann. Eine teure Ausrüstung ist also gar nicht unbedingt nötig.
Es ist auch nicht nötig, jedes Dokument einzeln in eine Mappe zu legen. Da würde ich differenzieren zwischen "könnte auf ein anderes Dokument abfärben oder kleben", dann auf jeden Fall in eine eigene Mappe. Oder "das Papier selbst bricht schon auseinander und hat daher wohl viel Säure drin", dann auch. Sonst würde ich thematisch oder chronologisch mehrere Dokumente in eine Mappe legen.
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  #7  
Alt 19.11.2021, 15:22
robe71 robe71 ist offline
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18 °C 45% rh? Zuhause. Naja, eine Bastellösung mit einem alten Nofrost-Gefrierschrank wäre sicherlich sehr schwierig und ich würde davon abraten. Aber undenkbar ist es nicht.
- Wärmespeicherndes Material auf den Verdampfer kleben.
- Mit einer Zeitschaltuhr die Kühlung limitieren
- Möglicherweise gibt es noch weitere Punkte.

Ist ein wenig off-topic. Aber ich konnte nicht widerstehen. ich bitte um Nachsicht und hoffe dass die Diskussion interessant weitergeht-
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  #8  
Alt 19.11.2021, 16:36
TempusFugit TempusFugit ist offline
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Was für kleinere Sammlungen sich auch anbietet, sind Munitionskisten. Ich habe ein paar C32 von der Bundeswehr; die sind luft- und wasserdicht. Man muß aber darauf achten, daß die Gummidichtung in Ordnung ist.

Darin bewahre ein paar Sachen auf, zusammen mit je einem ~100g Beutel Silicagel. Das kann man bei Bedarf auch im Ofen regenerieren. Ich würde aber von Blaugel oder Orangegel eher abraten.

In die C32 passen aber leider keine Din-A4 Papiere.
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  #9  
Alt 19.11.2021, 17:29
sternap sternap ist offline
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Beiträge: 1.902
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Zitat:
Zitat von Garfield Beitrag anzeigen
Im Prinzip ja, da wäre ich jetzt einfach nicht sicher, ob die Chemie darin dann die Archivalien angreifen kann.

danke für die sofortige kritik.
diese trockenpacks sind nicht in den karton zu legen, sie können höchstens die schränke trockener halten, wo es zeitweise feuchter ist als gewollt.



silicagel ist auch möglich.
großes aber, kleinkinder könnten die körnchen zu essen versuchen, bitte von ihnen fernhalten.


was die leime angeht, vielleicht gibt ein buchrestaurator etwas leim zum günstigen preis heraus.
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freundliche grüße
sternap


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  #10  
Alt 19.11.2021, 17:53
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Garfield Garfield ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von sternap Beitrag anzeigen
was die leime angeht, vielleicht gibt ein buchrestaurator etwas leim zum günstigen preis heraus.
Die nehmen Dispersionsleim, was schlussendlich nichts anderes ist als Weissleim. Sagt zumindet der Buchbinder zwei Büros weiter
Dies allerdings nur für Papier, für Pergament würde man Knochenleim nehmen. Aber bei uns Ahnenforschern wird wohl leider nicht stapelweise Pergament rumliegen
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