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  #1  
Alt 08.10.2021, 22:21
Freude Freude ist offline männlich
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Standard Zillerthal-Erdmannsdorf oder "Mysłakowice", zuständiges Standesamt? Erfahrungen?

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1944
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Zillerthal-Erdmannsdorf, heute auch "Mysłakowice", Niederschlesien
Konfession der gesuchten Person(en): Unbekannt
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken): Keine
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive): Standesamt Jelenia Góra


Sehr verehrte Damen und Herren,

vor einem Monat schrieb ich einen elektronischen Brief an das Standesamt Jelenia Góra mit folgender E-Postadresse: usc_um@jeleniagora.pl ... natürlich, wie immer, auf polnisch und mit den mir bekannten Daten (Name und Heiratsjahr meines Urgroßvaters) ...

Bis heute habe ich von dem Standesamt keine Antwort erhalten.

Es geht mir um die zweite Eheurkunde meines Urgroßvaters Fritz Paul Flügel und seiner zweiten Ehefrau, die er laut seiner ersten Eheurkunde nach einer rechtskräftigen Scheidung dort im Jahre 1944 heiratete.

Zudem habe ich parallel eine Recherche beim Bundesarchiv Abteilung PA über die militärische Laufbahn meines Urgroßvaters in die Wege geleitet, welche unbedingt das Todesdatum meines Urgroßvaters bräuchte, um diese weiterzuführen.

Die Geburtsurkunde und erste Eheurkunde liegen vor, aber bis auf das Geburtsdatum sowie die beiden Heiratsdaten leider ohne nennenswerte Informationen.

Meine Frage gliedert sich nun in zwei Teile und richtet sich an alle, die Erfahrungen in Sachen Genealogie haben, oder schon mal mit dem Standesamt oder der Stadt zu tun hatten:

Ist das Standesamt das richtige, und wenn ja, wie lange dauert es im Regelfall, bis die Anfrage beantwortet wird? Bei anderen polnischsprachigen Standesämtern wie dem von Landsberg an der Warthe (Gorzow Wielkopolski) und dem Archiv in Malbork wurde mir jeweils binnen einer Woche geantwortet ...

Ich bin etwas ratlos und hoffe, dass mir jemand den Weg weisen kann, oder noch ein Ass im Ärmel hat, mit dem ich eventuell noch auf anderem Wege an das Todesdatum und / oder weitere Urkunden gelangen könnte.

Ich danke für das Lesen und wünsche ein angenehmes Wochenende!

Geändert von Freude (08.10.2021 um 22:33 Uhr)
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  #2  
Alt 09.10.2021, 00:07
Dudas Dudas ist offline
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Hallo,


naja, das Standesamt erteilt keine Auskünfte, es sei denn, dass du eine Abschrift beantragst.

Wenn du den Ort des Ereignisses kennst, ist jedes Standesamt in Polen für die Bearbeitung des Antrags zuständig, allerdings dauert das Verfahren dann länger.
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  #3  
Alt 09.10.2021, 09:24
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!

Ich habe Deine Vorgehensweise noch nicht verstanden.

Es dreht sich um den 1912 in Landsberg an der Warthe geborenen Fritz Paul Flügel, der dort im März 1937 heiratete, die Ehe wurde im März 1943 geschieden u. er heiratete im Standesamt Erdmannsdorf, Landkreis Hirschberg in Niederschlesien, am 14. Oktober 1944 erneut.

Die Daten der 2. Ehefrau erwähnst Du nicht - die sind Dir also bekannt. Du suchst nur Fritz' Sterbedatum.

Der Jg. 1912 war 1944 sicher eingezogen. Falls der Fritz also im Krieg oder später in Gefangenschaft starb, das soll als Randvermerk in dieser Heiratsurkunde vom 14.10.1944 (!) noch aufgenommen worden sein. Darauf würde ich nicht spekulieren.

Und warum brauchst Du für eine Anfrage an die Wehrmachtsauskunftsstelle das Todesdatum? Eigentlich geht das ja andersherum. Diese Stelle gibt u.a. Auskunft über gefallene Soldaten - siehe die Datenbank bei Ancestry.

Ist denn in der Familie überliefert, daß der Fritz gefallen ist? In der Datenbank des Volksbundes fehlt er doch, oder?

MfG
Manni
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  #4  
Alt 09.10.2021, 13:57
Freude Freude ist offline männlich
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Registriert seit: 09.12.2020
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Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Hallo!

Ich habe Deine Vorgehensweise noch nicht verstanden.

Es dreht sich um den 1912 in Landsberg an der Warthe geborenen Fritz Paul Flügel, der dort im März 1937 heiratete, die Ehe wurde im März 1943 geschieden u. er heiratete im Standesamt Erdmannsdorf, Landkreis Hirschberg in Niederschlesien, am 14. Oktober 1944 erneut.

Die Daten der 2. Ehefrau erwähnst Du nicht - die sind Dir also bekannt. Du suchst nur Fritz' Sterbedatum.

MfG
Manni
Guten Tag Manni,

das ist soweit korrekt, außer, dass ich den Namen der zweiten Ehefrau kennen würde, das tue ich nämlich nicht.

"Der Jg. 1912 war 1944 sicher eingezogen. Falls der Fritz also im Krieg oder später in Gefangenschaft starb, das soll als Randvermerk in dieser Heiratsurkunde vom 14.10.1944 (!) noch aufgenommen worden sein. Darauf würde ich nicht spekulieren."

Er ist nicht im Krieg gefallen, so viel steht fest.

"Und warum brauchst Du für eine Anfrage an die Wehrmachtsauskunftsstelle das Todesdatum?"

Da das Bundesarchiv PA bzw. die für meine Recherche zuständige Arbeiterin mich freundlich per Nachfrage zu meinem Rechercheauftrag darum gebeten hat.

An sonki: So ganz blind ist meine Recherche ja nicht; ich weiß, wie er heißt, wann und wo er geboren wurde, und wann und wo er das erste und zweite mal heiratete. Das müsste eigentlich genug sein, um mehr über ihn in Erfahrung zu bringen; nur aus irgendeinem Grund antwortet das Standesamt "Jelenia Gora" nicht. Die Übersetzung ist aus derselben Vorlage, die ich immer für polnische Standesämter nutze, an der wird es also nicht liegen ... vielleicht ist mein erster elektronischer Brief auch nicht korrekt angekommen, deshalb habe ich gestern nochmal einen zweiten versendet, aber wenn der auch nicht beantwortet wird, dann weiß ich nicht mehr, wie ich weiter vorgehen sollte ... durch die Randvermerke der zweiten Eheurkunde erhoffe ich mir Informationen zum Sterbedatum oder zumindest Sterbeort meines urgroßvaters, welche ich wie bereits erwähnt benötige, damit das Bundesarchiv die militärische Recherche in die Wege leitet.

Wieder an Manni1970: Tatsächlich ist das Todesdatum und der Todesort meiner Großmutter, geboren in den dreißigern in Landsberg an der Warthe, heute ja "Gorzow Wielkpolski" genannt, auf ihrer Geburtsurkunde auf polnisch vermerkt. Bei meinem Urgroßvater war das leider nicht der Fall, deshalb hoffte ich darauf, in der zweiten Eheurkunde näheres zu erfahren, da diese Ehe höchstwahrscheinlich bis zu seinem Tod hielt.

Gruß und danke für die bisherigen Antworten!

Geändert von Freude (09.10.2021 um 14:40 Uhr)
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  #5  
Alt 09.10.2021, 14:20
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Zitat:
Zitat von Freude Beitrag anzeigen
...für meine Recherche zuständige Arbeiterin mich freundlich per Nachfrage zu meinem Rechercheauftrag darum gebeten hat.
Dann vermutlich deshalb, weil Du Deinen Abstammung zu dieser Person nicht nachgewiesen hast. Ist diese bereits vor 30 Jahren verstorben, sind die vorhandenen Unterlagen öffentlich.

Zitat:
Zitat von Freude Beitrag anzeigen
Tatsächlich ist das Todesdatum und der Todesort meiner Großmutter, geboren in den dreißigern in Landsberg an der Warthe, heute ja "Gorzow Wielkpolski" genannt, auf ihrer Geburtsurkunde auf polnisch vermerkt.
Deine Großmutter, eine Tochter von Fritz Flügel, starb also in der BRD oder DDR, und der zuständige deutsche Standesbeamte hatte ihren Sterbefall nach Landsberg/Warthe gemeldet, worauf der dortige polnische Standesbeamte einen Randvermerk auf deren Geburtsurkunde eintrug - ist das so richtig?

Habe ich wieder was gelernt, hätte aber nicht gedacht, daß die Polen da mitgespielt haben.
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  #6  
Alt 09.10.2021, 14:25
Benutzerbild von Horst von Linie 1
Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Diese Vermerke "+27.4.1988 Unna, StA Unna Nr. 210/1988" sieht man häufiger in den Standesamtsregistern auf polnisch als Randvermerke.
__________________
Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

Und zum Schluss:
Freundliche Grüße.
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  #7  
Alt 09.10.2021, 14:40
Freude Freude ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Manni1970 Beitrag anzeigen
Dann vermutlich deshalb, weil Du Deinen Abstammung zu dieser Person nicht nachgewiesen hast.
Das fände ich dann doch eher merkwürdig, dass die Beauftragte mich dann nicht direkt nach Nachweisen fragt ... ich habe so gut wie alle Geburts- und Eheurkunden bis zu meinen Ururgroßeltern beglaubigt hier liegen. Ich werde mal nachfragen, wieso das Sterbedatum überhaupt benötigt wird, und ob es da keine andere Möglichkeit gibt. Ich weiß das jetzt nämlich gar nicht mehr so genau, ob ich denen meine Abstammung nachgewiesen habe oder nicht; der Auftrag zur Recherche liegt ja schon einige Monate zurück.

"Ist diese bereits vor 30 Jahren verstorben, sind die vorhandenen Unterlagen öffentlich."

Heißt das, mein Urgroßvater ist in den letzten dreißig Jahren verstorben? Damit könnte ich das Todesdatum weiter eingrenzen.

"Deine Großmutter, eine Tochter von Fritz Flügel, starb also in der BRD oder DDR, und der zuständige deutsche Standesbeamte hatte ihren Sterbefall nach Landsberg/Warthe gemeldet, worauf der dortige polnische Standesbeamte einen Randvermerk auf deren Geburtsurkunde eintrug - ist das so richtig?

Habe ich wieder was gelernt, hätte aber nicht gedacht, daß die Polen da mitgespielt haben."

Wie genau die Herren respektive Damen der Standesämter da in den Hintergründen agiert haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass auf der Geburtsurkunde meiner Großmutter ein Randvermerk auf polnisch war, der bestätigte, wann und wo sie starb. Die Wörter haben mich zunächst verwirrt, da ich kein polnisch lesen kann, aber das Datum hat die Verwirrung schnell gehoben; da handelte es sich glasklar um ihr Todesdatum.

Die ganze Lage um die Ostgebiete ist sowieso ein wenig undurchsichtig; im Bertelsmann Atlas von 1965 standen die deutschen Ostgebiete noch "zur zeit unter polnischer Verwaltung" ... als ich vor wenigen Jahren von Amazon ein Paket nach Schlesien zum dortigen Rücksendezentrum schickte, stand dort Meine Adresse, und dazu "Schlesien, Germany" als Empfängeradresse. Auf Google Earth, Google Maps und den modernen Atlanten ist das aber alles ganz klar Polen.

Da kommen noch mehr Ungereimtheiten dazu, aber ich möchte jetzt nicht die Büchse der Pandora öffnen.
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  #8  
Alt 09.10.2021, 09:38
sonki sonki ist offline
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@Manni
In einem anderen Thread schreibt Freude das Fritz Paul Flügel nach '45 ins Rheinland ging/vertrieben wurde und vermutlich mind. 70 Jahre alt wurde. Also kein WK2-Toter. Deshalb verstehe ich das Ganze auch nicht ganz. Sollte nicht irgendjemand in der Familie wissen wo besagter Fritz Paul Flügel in den 1980/90/00er lebte/verstarb. Das ist nun wirklich noch nicht lange her - irgendjemand muss da eigentlich was wissen. Blind Archive/STA-Ämter anschreiben ist da wohl kaum zielführend.

Geändert von sonki (09.10.2021 um 10:05 Uhr)
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  #9  
Alt 09.10.2021, 10:19
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Zitat:
Zitat von sonki Beitrag anzeigen
... In einem anderen Thread schreibt Freude ...
OK, ich hatte nur ein paar ältere Anfragen von ihm nachgelesen. Habe ich zu früh aufgehört ...
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  #10  
Alt 09.10.2021, 11:33
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hier verbirgt sich ja die Frage, ob die BRD und DDR ein Abkommen über die Weiterführung der früheren deutschen Standesamtsregister mit der VR Polen hatte.

Ich kann mich nicht erinnern, einen entsprechenden polnischen Randvermerk über einen Sterbefall in Deutschland in den bisher eingesehenen Online-Geburtsurkunden oder gar Heiratsurkunden gesehen zu haben.

In einigen oberschlesischen kath.-KB hingegen sind mir polnische Nachträge über spätere Heiraten in der BRD in Erinnerung. Da hatte also vermutlich jemand für die kirchliche Trauung bspw. in den 1950er Jahren in Essen ein Tauf- oder Kommunions-Zeugnis gebraucht und der poln. Pfarrer in Gleiwitz machte über die anstehende Tr dann einen Randvermerk bei der Tf des Ehemannes bzw. der Ehefrau.

Aber einen poln. Vermerk über eine Bg in Deutschland habe ich auch in den KB noch nicht gesehen.
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jelenia gora , niederschlesien , ostdeutschland , ostgebiete , polnisch , polnisches standesamt , schlesien , standesämter , sterbedatum , zillerthal-erdmannsdorf

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