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  #1  
Alt 04.01.2022, 20:01
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Standard Dasselbe Ereignis in zwei Kirchenbüchern mit zwei verschiedenen Datumsangaben

Hallo zusammen!

1781 heiraten Christian Gustav Wißmann und Marie Juliane Engelbrecht.

Im Kirchenbuch der Garnisongemeinde Kolberg (Datum der Trauung 06.09.1781) liest sich das folgendermaßen:

Herr Christian Gustav Wissmann, Regiments Quar
tier Meister bey dem v. Hackischen Infanterie Regi
ment in Stettin mit seiner Braut Demoiselle Maria
Juliane Engelbrechten, des hiesigen Herrn Doctoris
Medicinae Engelbrecht dritten Demoiselle Tochter.

Im Kirchenbuch des Inf. Rgt. No. 8 in Stettin (Datum der Trauung nicht angegeben, aber zwei Einträge davor ist es der 21.10.1781) findet sich folgender Text:

Der HochEdelgebohrene Herr Christian Gustav Wissmann S(eine)r König(lichen)
Majestät von Preußen wohlbestal(l)ter Regiments=Quartiermeister
des Regiments v. Hacke mit der Großedlen und Tugendbelobten
Demoiselle Maria Juliana Engelbrecht Herrn Johann Fried-
rich Engelbrecht Doctoris Medicinae practici zu Kolberg eheleib(licher):
3eme Demoiselle Tochter.

Es handelt sich also offensichtlich um dasselbe Ereignis. Warum die unterschiedlichen Datumsangaben? Wer kann mir diese Frage beantworten?

Vielen Dank und viele Grüße
consanguineus
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 1781 Wißmann Engelbrecht 1.jpg (87,9 KB, 5x aufgerufen)
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Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Carl KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * um 1700
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #2  
Alt 04.01.2022, 20:12
Gastonian Gastonian ist offline
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Hallo consanguineus:


Bei dem Eintrag in Stettin ist ja kein Datum da. Ich würde also vermuten, daß, da die Heirat in Kolberg (Heimatort der Braut) stattfand, es ein paar Monate dauerte, bis der Militärpfarrer in Stettin sich bemühen konnte, die Trauung nachträglich auch in sein Kirchenbuch einzutragen.


VG


--Carl-Henry
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  #3  
Alt 04.01.2022, 20:15
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Das klingt sehr nach einer schlüssigen Erklärung. Vielen Dank, Carl-Henry!
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  #4  
Alt 05.01.2022, 01:12
sternap sternap ist offline
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vielleicht ist es mit einer einfachen erklärung noch nicht getan.
naheliegend wäre, dass beide priester die messe zelebrierten, deshalb beide kassierten und so in ihr jeweiliges buch die ehe einzutragen hatten.


wie aber stand es in deutschland in deinem forschungsgebiet um die eheverbindung von militärs - in österreich angeblich damals im normalfall nur gestattet mit einer selbsterhaltungsfähigen, daher im todesfall des soldaten höheren rangs samt ihren kindern dem kaiser nicht zur last fallenden frau?

das wurde im fall eines meiner vorfahren genauest überprüft.


wie war das dort geregelt, wo du jetzt forschst?
wer vom militär durfte wen heiraten?
stellte der zeitpunkt des eintrags ins militärkirchenbuch vielleicht das ende der überprüfung und die schließliche zustimmung dar?
__________________
______________________________
freundliche grüße
sternap


weil man sich nicht sieht, mein gesichtsausdruck: my dog stepped on a bee!
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  #5  
Alt 05.01.2022, 02:12
DoroJapan DoroJapan ist offline weiblich
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Hallo,

leider kann ich auch nichts zur Lösung beitragen, wollte nur kurz mitteilen, dass es auch einen ähnlichen Fall bei den Vorfahren meines Mannes gab. Das war aber ein und dieselbe Gemeinde nur um einen Tag versetzt.

Es gab einen
deutschen Eintrag am 23.02.1829
und einen
polnischen Eintrag am 24.02.1829

Vielleicht gab es eine Vorschrift (Gesetzt?), dass alle Eheschließungen im Militärkirchenbuch einzutragen sind.
Wer wo anders Heiraten wollte musste eben doppelt zahlen.

liebe Grüße
Doro
__________________
Brandenburg: Lehmann: Französisch Buchholz; Mädicke: Alt Landsberg, Biesdorf; Colbatz/Kolbatz: Groß Köris; Lehniger, Kermas(s), Matzke: Schuhlen-Wiese(Busch)
Schlesien: Neugebauer: Tschöplowitz+Neu-Cöln (Brieg); Gerstenberg: Pramsen; Langner, Melzer, Dumpich: Teichelberg (Brieg); Kraft: Dreißighuben (Breslau), Lorankwitz
Pommern-Schivelbein: Barkow: Falkenberg; Bast: Bad Polzin
Böhmen-Schluckenau: Pietschmann: Hainspach, Schirgiswalde; Kumpf: Alt Ehrenberg 243, 28; Ernst: Nixdorf 192
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  #6  
Alt 05.01.2022, 02:18
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo Sternap,

es handelt sich beide Male um Militärkirchenbücher. Einmal in Kolberg (Herkunftsort der Braut, auch wenn der Brautvater dem Anschein nach kein Militär war, sondern Arzt), und dann in Stettin, wo der Bräutigam Quartiermeister beim Infanterieregiment No. 8 war.

Daß zwei Traugottesdienste gehalten wurden, halte ich in Preußen für unwahrscheinlich. So etwas hätten die traditionell sparsamen preußischen Königen nicht geduldet. Habe ich bei Protestanten ohnehin noch nie erlebt.

Wie es mit dem Stand einer Soldatenfrau aussah, also ob es in diesem Zusammenhang überhaupt Regelungen gab, ist mir nicht bekannt. Der Bräutigam war ja auch kein Soldat im eigentlichen Sinne, sondern Regimentsquartiermeister. Einen militärischen Dienstgrad hat er meines Wissens nie nie innegehabt, auch wenn er als Regimentsquartiermeister natürlich Heeresangehöriger war. Später wurde er Kriegsrat.

Viele Grüße
consanguineus
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  #7  
Alt 05.01.2022, 02:36
sternap sternap ist offline
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ich weiß nicht, wie es bei den evangelischen ist, aber bei den katholischen ist es so, je höher der rang im ort, desto eher hätten zwei oder drei priester konzelebriert.


in meiner pfarre, wo alles was irgendwie von rom anerkannt war, messe hielt, zelebrierte der russisch orthodoxe am linken altar, ein ungarischer priester am rechten, und zwei bis drei katholiken am hauptaltar.
so bekamen die verwandten der reichen alle ihre messe und viele priester mehr geld, weil sie sich so festlich als möglich kleideten, in naphtalingetränkte barocke gewänder.
das waren die sogenannten mottenpulver ehen.
__________________
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freundliche grüße
sternap


weil man sich nicht sieht, mein gesichtsausdruck: my dog stepped on a bee!
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  #8  
Alt 05.01.2022, 02:50
Benutzerbild von consanguineus
consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von DoroJapan Beitrag anzeigen
Vielleicht gab es eine Vorschrift (Gesetz?), dass alle Eheschließungen im Militärkirchenbuch einzutragen sind.
Wer wo anders Heiraten wollte musste eben doppelt zahlen.
Hallo Doro,

das weiß ich nicht, da ich mich mit den Gebräuchen oder Vorschriften beim Militär nicht auskenne. Denkbar ist es. Wißmann heiratete ja in der Kolberger Militärgemeinde, obwohl sein dort lebender Schwiegervater dem Anschein nach gar nicht zum in Kolberg liegenden Regiment gehörte. Vielleicht mußten Heeresangehörige grundsätzlich in einer Militärgemeinde heiraten. Der Eintrag im Kirchenbuch des Stettiner Regiments mag dem (verständlichen) Wunsch der Regierung geschuldet sein, einen Überblick über die Verhältnisse seiner Heeresangehörigen zu haben.

Viele Grüße
consanguineus
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