#21  
Alt 08.04.2021, 19:25
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Hallo Garfield

Danke für deine Überlegungen. Von einem Fritz Jenzer habe ich bisher nichts gehört. Im verlinkten handgemachten Stammbaum taucht einer auf, aber von den Daten her passt es nicht.

Ortsarchiv:
Die Gemeinde Huttwil habe ich angefragt und anscheinend gibt es kein Ortsarchiv, das man aufsuchen kann. Weiss zwar nicht mehr, ob ich gezielt danach gefragt habe, aber ich denke, nach meinen beiden Anfragen hätten sie es sicher angeboten, wenn es so was gäbe. Sie haben jedoch meine erste Anfrage an Jürg Rettenmund (Author Huttwil 1834) weitergeleitet, woraufhin er mir Informationen über Gottfried Jenzer geschickt hatte (erste Seite in diesem Beitrag, Männerchor, Versicherung usw.). Daraufhin habe ich natürlich das entsprechende Buch bestellt und darin über Gottfrieds Grossvater Andreas Jenzer gelesen, der beim Brand sein Haus verlor. Herr Rettenmund hat mir auch diesbezüglich viele Infos schicken können. Zudem habe ich das Buch „Heimatkunde von Huttwil“ von Johann Nyffeler (1871 geschrieben, 1915 von Ernst Nyffeler überarbeitet) gekauft. Es ist schwer zu lesen und ich habe es etwas überflogen, aber ich denke nicht, dass es Infos zu den Jenzer bietet. Zudem hat mir die Gemeinde Huttwil Infos aus den alten Einwohnerregistern geschickt.

Chorgerichtsmanuale:
Nie gehört. Aber ich werde das in Betracht ziehen, falls die Kontraktenprotokolle und Grundbücher mich nicht weiterbringen. Ich nehme an, die liegen auch im Staatsarchiv des Kanton Bern?

Steuerlisten, Urbanen, Testamenten:
Habe ich bisher nicht berücksichtigt. Ich nehme an, all diese Infos gibt es im Staatsarchiv. So lange diese Dokumente hinten Namensverzeichnisse haben, toll. Falls nicht, werde ich nicht blind in den Büchern blättern. Wie schon oben geschrieben warte ich auf die Funde der Kontraktenprotokolle/Grundbücher. Dass es Testamentbücher gibt, wusste ich, weil ich einen Jenzer in einem solchen Buch fand, aber nur, weil Walter Jenzer die exakte Quelle angegeben hat.

Thunstetten Jenzer:
Später je nach dem was bei den Abschriften – sobald ich die im Sommer habe – rauskommt.

Sehr viel mehr über die Vorfahren von Gottfried und die Herkunft brauche ich gar nicht, es reicht mir schon, wenn ich von den bisher sicher meiner Familie zugehörigen Vorfahren weiss, wo sie genau lebten. Finde das spannend. Wenn ich weiteren Vorfahren – die im handschriftlichen Stammbaum zu sehen sind – auch noch mit Quellen verlinken kann, umso besser. Aber viel wichtiger sind mir Gottfried und seine 12 Kinder.

Hier habe ich Neues im Bundesarchiv gefunden und als Scan bestellt und bei den einzelnen Gemeinden werde ich anfragen. Vom Tod rückwärts um Bewegungsprofile der einzelnen Jenzer zu erstellen.

Zudem gehe ich auf https://www.e-newspaperarchives.ch/ Zeitung um Zeitung mit dem Suchbegriff Jenzer durch, ca. 80 oder 85% der Zeitungen habe ich schon durch. Das ist wirklich eine Fundgrube.

Man findet immer etwas, wo man noch etwas nicht kennt und nachfragen kann. Aber das kennst du sicher auch

Geändert von Ilja_CH (08.04.2021 um 19:26 Uhr)
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  #22  
Alt 08.04.2021, 19:49
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Hallo Ilja

Chorgerichtsmanuale:
Chorgerichte waren die Vorgänger der Sittengerichte und fanden wöchentlich nach der Predigt in der Kirche statt. Primär waren das Dinge wie Tanzen an Feiertagen, uneheliche Kinder usw. Also kleinere Fehlbarkeiten, die aber ganz genau aufgeschrieben wurden. Daher für Ahnenforscher eine wahre Fundgrube. Aber wie auch sonst braucht man natürlich etwas Glück, um etwas passendes zu finden und wenn auch da nur vom "Hans Müller" ohne genauere Angaben die Rede ist, nützt das dann leider auch nicht viel. Aber ein Versuch wäre es wert.
Manche Chorgerichtsmanuale sind im Staatsarchiv (da bin ich nicht sicher, welche bereits digitalisiert wurden - wenn, wären diese aber wie die Kirchenbücher verlinkt) und manche befinden sich bei dem Gemeinden (Kirchgemeinden ?). Die GHGB ist aktuell daran, die Chrogerichtsmanuale zu digitalisieren und verkauft die CDs davon: http://www.ghgb.ch/chorgerichtsmanuale-uebersicht.html
Manche Digitalisate findet man auch bei Familysearch (Einsicht nur in der Forschungsstelle - ich nehme an, dabei handelt es sich um die Digitalisate der GHGB).

Steuerlisten, Urbanen, Testamenten:
Ja klar, das wäre natürlich sehr aufwändig ohne Index. Ist aber so der übliche Weg, wie man in der Zeit vor dem Kirchenbüchern noch etwas herausfinden will.

Stimmt, e-newspaperarchives.ch ist auch eine super Quelle. Notier dir unbedingt, welche Zeitungen du schon durchgeschaut hast, da kommen nämlich noch laufend neue Zeitungen dazu.
Was ich da auch empfehlen kann, ist digibern.ch. Dort werden diverse digitalisierte Quellen zum Kanton Bern zusammen getragen und manche könnten vielleicht für dich auch interessant sein.

Schade, dass der Fritz Jenzer nicht passt. Aber das wäre auch ein zu grosser Zufall gewesen .
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  #23  
Alt 13.10.2021, 20:31
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Hallo zusammen

Ich möchte hier einige weitere Infos niederschreiben.

Im Eröffnungsbeitrag zitierte ich den Text von Paul Jenzer’s Ehefrau:

Im Jahr 1903 verliess die ganze Familie Jenzer Huttwil. Finanzielle Schwierigkeiten und berufliche Unstimmigkeiten, für welche sich Vater Jenzer verantworten musste, brachte die grosse Familie in eine missliche Lage. Nach kurzer Zeit fand jedoch Vater Jenzer eine neue Stelle als Buchhalter in der Armenanstalt [es steht geschrieben: Annenanstalt] in Worben und die Familie war in dieser Zeit in Lyss. Schon im Jahr 1908 zogen sie alle nach Bern wo Vater Jenzer als Revisor an der kantonalen Steuerverwaltung angestellt wurde.

Nun habe ich erfahren, das 1903 nicht ganz korrekt sein kann. Bei meinem Vater habe ich Postkarten von Paul Jenzer gefunden, als er 1904 die RS gemacht hat. Die Abschriften konnte ich mit Hilfe dieses Forums erstellen. Dies hat mir geholfen, weil ich die Texte nicht ganz lesen konnte.

Die erste der zwölf vorhandenen Postkarten hat Paul am 17.03.1904 nach Hause geschickt. Als Adresse gab er folgendes an:

Familie Jenzer Notars
Huttwil
Bern

Die letzte Postkarte – zumindest die letzte, die wir gefunden haben – hat Paul am 30.04.1904 nach Hause geschickt und die Adresse wie folgt formuliert:

Frau
Rosali Jenzer, Notars
Huttwil
Bern

Er hat nach ein paar Postkarten angefangen, seine Mutter direkt als Adressat anzugeben.

Dies muss doch bedeuten, dass Gottfried und seine Frau Rosina zumindest im ersten Quartal 1904 Huttwil noch nicht verlassen haben. Falls der Umzug in Planung oder im Gange war, dann noch nicht fertig abgeschlossen.

Schlussendlich ist es ein kleines Detail.

Ich muss mein Glück mit den Gemeinden Lyss, Worben und Kappelen versuchen.
In Kappelen BE wurde 1906 Tochter Alice geboren, Tochter Helene wurde 1907 in Lyss geboren. Gemäss dem oben zitierten Text weilte die Familie Jenzer dort. In Worben arbeitete Gottfried bei der Armenanstalt. Auch dadurch könnte man vielleicht etwas herausfinden.

Leider finde ich im Staatsarchiv in der Onlinesuche nicht wirklich viel zur Armenanstalt Worben. Auf der Homepage der Gemeinde Kappelen gibt es etwas darüber, auch auf https://www.e-newspaperarchives.ch/ findet sich der ein oder andere Beitrag zur „seeländischen Armenanstalt Worben“. Aber nichts Brauchbares.

Wäre interessant zu wissen, wo die Familie bzw. der Rest davon, der dann nach Bern zog, zwischenzeitlich gelebt hat.

Eine der drei oben erwähnten Gemeinden habe ich bereits wegen alter Einwohnerregister angeschrieben, eine Aufforderung kam zurück, einen vorfrankierten Briefumschlag und pro gesuchte Person etwas Cash in Form von Briefmarken zuzusenden. Was hatte ich eine Freude! Aber danach kam alles zurück mit der Info, ich müsse mich ans Staatsarchiv melden. Obschon die Einwohnerregister bei den Gemeinden liegen und nicht Kantons Sache sind. Eventuell melde ich mich dort nochmals…

Ich frage mich generell, was so alles in einem Gemeindearchiv liegt. Ist vermutlich pro Gemeinde sehr unterschiedlich. Aber eventuell gibt es noch andere Quellen statt nur die Ab- und Anmeldungen der Gemeindeeinwohner, die für Ahnenforschung von Belang sein könnten?

Zudem habe ich endlich nach über zehn Monaten Wartezeit alle meine Abschriften der Kontraktenprotokolle (1730 bis 1800) und der Grundbücher (1800 bis 1900) Huttwil zurück erhalten. Etwas mehr als 200 A4-Seiten lesbarer Text in Word-Dokumenten. Fast zweieinhalbe Monate Arbeit für meinen Abschriftexperten. Aber es hat sich gelohnt. Die jeweiligen Bücher bin ich im Dezember 2020 durchgegangen und habe hunderte Fotos gemacht. Zum Glück gab es immer auf der Rückseite ein Namensregister und ich konnte nach „Jenzer“ suchen mit Seitenanzahl. Danach immer die Doppelseite abfotografiert und dann näher gezoomt mehrere Fotos pro Seite, damit alles gut lesbar ist. Ich war mir natürlich nicht immer sicher, ob ich nun wirklich „Jenzer“ gelesen habe oder etwas anderes. Für eine Einsicht in die Grundbücher von 1800 bis 1900 benötigt es einer Erlaubnis durch das Grundbuchamt.

Dies war mein Versuch, erstens mehr über die direkten noch nicht erwiesenen Vorfahren herauszufinden und zweitens zu sehen, wo Notar Gottfried und die nachweisbaren Vorfahren lebten.

Die Dokumente auszuwerten, wird sehr viel Zeit brauchen, das kann ich schon sagen.

Aber ein paar Details möchte ich hier schon nennen

Heutiges Haus an der Marktgasse 4 in Huttwil (heutiger Besitzer Einwohnergemeinde Huttwil) gehörte Notar Gottfried Jenzer. Ich hatte das schon stark vermutet, nun habe ich die Bestätigung. An der Marktgasse 2 befindet sich das Stadthaus. Heute ein Restaurant mit den Familienwappen an den Fenstern, früher war es das klassische Stadthaus. Schon beim Stadtbrand in den 1800er Jahren war dort das Stadthaus. Und schon damals gehört das Haus gleich neben dem Stadthaus einem Jenzer.

Bereits durch die Lektüre „Huttwil 1834“ von Jürg Rettenmund und vor allem seiner Informationen, die er mir zusätzlich geschickt hat, wusste ich bereits, dass Gottfried’s Grossvater Andreas Jenzer das Haus neben dem Stadthaus besessen hat. Besser gesagt, er hat sich das Haus zusammen mit Joseph Hotz geteilt. Joseph Hotz war Arzt und sehr wohlhabend, er hatte viele andere Häuser. Deshalb liess er das Haus neben dem Stadthaus nicht versichern. Als 1834 ganz Huttwil niedergebrannt ist, konnte Andreas Jenzer deshalb nach dem Brand nicht auf Geld durch eine Versicherung hoffen, um wieder etwas aufzubauen. Und weil Hotz eben anderen Häuser hatte, lag ihm nichts am Wiederaufbau des abgebrannten Hauses neben dem Stadthaus. Schlussendlich konnte Andreas das Gebäude wiederaufbauen und kaufen. Er kaufte auch den Garten hinter dem Haus (das Dreieck zwischen Brunnenplatz und Viehmarktstrasse) und eine Baugrube (vermutlich etwas weiter südlich oder südwestlich vom Garten). Als Andreas senior starb, erbte dessen Sohn Ulrich Jenzer alles. Dieser lebte jedoch nicht in Huttwil, sondern war Metzger in Aigle. Er übergab alles dem Bruder Andreas. Andreas junior übernahm Haus, Garten und die Baugrube. Erst war er – wie sein Vater Andreas – Dreschler, danach Krämer. Das Krämergeschäft hatte er direkt im Haus. Gottfried übernahm das Haus 1890. Er vergrösserte den Laden. Im Oktober 1898 verlor er das Gebäude.


Weiss jemand, ob es eigentlich ein Schweizer Militär-Archiv gibt oder ob das Militär Sachen überhaupt aufbewahrt oder auch freigibt? Z. B. die Rekrutenschule, die Aushebung, WK und all diese Dinge. Dienst während dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Ich nehme an, da schlummert viel Material über die männlichen Vorfahren, aber darf man da überhaupt Einblick haben?
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  #24  
Alt 14.10.2021, 01:41
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Hallo Ilja

Das klingt erfolgreich, da konntest du ja sehr viele interessante Details herausfinden!

Die Postkarten würde ich so interpretieren, dass spätestens ab da wo direkt an die Mutter adressiert wurde, der Vater bereits am neuen Wohnort wohnte. Warum auch immer... vielleicht hatte er die neue Arbeitsstelle bereits angenommen, wohnte aber noch in einer Pension oder bei Verwandten und holte die Familie erst später nach?

Soweit ich weiss, ist es tatsächlich sehr unterschiedlich, was Gemeindearchive aufbewahren bzw. ob sie überhaupt ein eigenes Archiv führen.
Beispielsweise in der Gemeinde einer meiner Vorfahrenlinien muss es wohl Unterlagen geben, die von meinem Vorfahren als Unterstatthalter gesiegelt wurden - zumindest wird das als Quelle für sein Wappen angegeben. Leider ohne weitere Informationen, so dass ich da nicht weiss, wo ich mit der Suche anfangen müsste.
Die Gemeine, in der ich aufgewachsen bin, pflegt offenbar ihr Archiv und hat auch einen eigenen Geschichtsverein, der jeweils in der Gemeindezeitung kleine Artikel über geschichtliche Themen publiziert. Da wurde vor ein paar Jahren mal erwähnt, dass die Gemeinde eine alte Urkunde erstanden habe.
In deinem Fall könnte es schon sein, dass das Gemeindearchiv mal ausgemistet wurde (vielleicht weil die Liegenschaft umgebaut wurde?) und daher Sachen ans Staatsarchiv abgeliefert wurden, die bei anderen Gemeinden noch vorhanden sind. Ich würde einfach mal im Staatsarchiv nachfragen.

Tatsächlich gibt es auch ein Militär-Archiv:
Flyer
Webseite, "... sind die Dokumente je nach Inhalt mit Schutzfristen von 30 bis 80 Jahren versehen."
Würde mich interessieren, was du da für Informationen findest - also ob es sich lohnt, da mal die nähere Verwandtschaft nach zu fragen.

Musstest du für die Einsicht in das Grundbuch 1800-1900 einfach eine Erlaubnis erhalten oder aufändig ein Gesuch stellen? Hat das etwas gekostet? Das wäre etwas, was für zwei meiner Linien sehr spannend wäre. Magst du mir allenfalls per PN schreiben, wie du da vorgegangen bist? Danke sehr!
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  #25  
Alt 17.10.2021, 21:08
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Zuerst muss man wissen, welches Grundbuchamt in Frage kommt. In meinem Fall das Grundbuchamt Emmental-Oberaargau. Dort habe ich eine E-Mail gemacht mit umfangreichen Informationen, sehr umfangreichen Informationen und Fragen, ob ich einfach vorbei kommen könne usw.

Das wurde zuerst per E-Mail bejaht. Ich weiss nicht, ob ich dann nochmals Infos schickte oder nicht, auf jeden Fall wurde ich dann per E-Mail angefordert, dort anzurufen. Weil in der ersten E-Mail wurden mir falsche Infos gegeben. Man kann z. B. nicht einfach vorbei gehen und vor allem unterliegen die Daten dem Datenschutz.

Ich habe vermutlich alles am Telefon geklärt und abgesehen von Kopien einiger Gebäude und Grundstücke eine Einsichtsermächtigung erhalten. Ich weiss nicht mehr, ob ich etwas bezahlten musste. Aber es war sehr einfach und nichts Kompliziertes.

Mit dieser Einsichtsermächtigung habe ich beim Staatsarchiv des Kanton Bern die Grundbücher bestellt. Sie müssen sie irgendwo holen und man kann nur eine bestimmte Anzahl Bücher pro halben Tag einsehen, aber da ich so schnell die Bücher durchging, kam man mir vor Ort entgegen und holte zwischendurch immer schon die nächsten 15 Bücher. Kommt auch auf die Auslastung der Mitarbeiter vor Ort an.

Am besten du fasst die Infos zusammen, auch dir bekannte oder vermutete Grundstücke/Häuser mit den entsprechenden Nummern und fragst für Unterlagen (ab 1900 beim Grundbuchamt, vorher beim Staatsarchiv). Dann gleicht die Suche etwas einer Schnitzeljagd. Im Archiv am einfachsten durch die Namensregister, beim Grundbuchamt vom heutigen Besitzer aus rückwärts gehen.
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  #26  
Alt 17.10.2021, 22:59
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Hallo Ilja

Danke sehr für die Erklärung. Das klingt nicht so kompliziert, wie ich dachte. Dann werde ich das mal angehen, wenn ich mich wieder den Schweizer Linien widme .
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  #27  
Alt 30.10.2021, 20:51
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Guten Abend

Ich durchsuche nun auch www.e-periodica.ch nach Jenzer-Beiträgen und habe den einen oder anderen Beitrag zu den Huttwiler Jenzer gefunden. Nicht hunderte Artikel wie auf www.e-newspaperarchives.ch , aber jeder Artikel mehr ist eine Info mehr.

Wie wir wissen, war Gottfried Jenzer Notar in Huttwil.
Ca. 1903 oder 1904 verliess er mit seiner Familie Huttwil, arbeitete angeblich in der Armenanstalt in Worben, angeblich war die Familie zu jener Zeit in Lyss. Eine Tochter kam in Lyss zur Welt, eine in Kappelen.

1908 zieht die Familie von Lyss nach Bern.

Auf www.e-periodica.ch habe im Bernischen Staatskalender vom Juni 1907 eine interessante Entdeckung gemacht.

Unter „Patentierte Berufsarten – Fürsprecher mit bernischem Patent“ taucht unter „Amtsnotare“ unter „Nidau“ auch Gottfried Jenzer auf.

„Jenzer, Gottfried, von Huttwil, in Worben“ steht da.

Und weiter: „1883/1904“

Der Spaltenname der Jahreszahlen heisst: „Datum der Erteilung des Amtsnotarpatentes“.

Zwei Dinge sind hier interessant:

Erstens habe ich eine Bestätigung für Worben. Bisher war dies nur in der familieninternen Chronik erwähnt worden.

Zweitens: Gottfried hat seit 1898 nie mehr als Notar gearbeitet. Wie kann es also sein, dass er 1907 als Amtsnotar im Amtsbezirk Nidau auftaucht? Und wie konnte er 1904 das Patent wiedererlangen? In Worben soll er als Buchhalter gearbeitet haben in der Armenanstalt (Familienchronik). In Bern 1908 dann in der kantonalen Steuerverwaltung.

Lässt sich für 1904 Erteilung Amtsnotarpatent im Staatsarchiv eventuell etwas finden? Wäre interessant. Denkt ihr, eine Anfrage diesbezüglich macht Sinn?
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Der_Bund_Band_34_Nummer_142_25-Mai_1883.jpg (187,2 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Bernischer_Staatskalender_Juni_1907.jpg (251,7 KB, 3x aufgerufen)
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  #28  
Alt 30.10.2021, 22:32
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Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo Ilja
Zitat:
Weiss jemand, ob es eigentlich ein Schweizer Militär-Archiv gibt oder ob das Militär Sachen überhaupt aufbewahrt oder auch freigibt? Z. B. die Rekrutenschule, die Aushebung, WK und all diese Dinge. Dienst während dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
Die archivwürdigen Unterlagen der Schweizer Armee werden im Bundesarchiv aufbewahrt. Ich kenne da bisher nur die Unterlagen von Militärgerichten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ob es auch Unterlagen zu Aushebung, RS, WK oder Einsätzen der einzelnen Einheiten in der Zeit der beiden Weltkriege gibt, weiss ich nicht. Bei dem einen Gerichtsfall den ich eingesehen habe, war ein ausführlicher Lebenslauf des Angeklagten dabei.

Bei e-periodica findet man übrigens auch die "Allgemeine Schweizerische Militärzeitung" mit Beförderungen oder "Der Fourier - offizielles Organ des Schweizerischen Fourierverbandes und des Verbandes Schweizerischer Fouriergehilfen" sowie Abhandlungen über die Truppen des Kantons Zug im 1. Weltkrieg in "Tugium - Jahrbuch des Staatsarchives des Kantons Zug, des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie, des Kantonalen Museums für Urgeschichte und der Burg Zug".

Bei e-periodica findet man zudem auch diverse interessante Abhandlungen über die Zeit der Söldner in Fremden Diensten, meist in Mitteilungsblättern von historischen oder genealogischen Vereinen. Die entsprechenden Original-Dokumente sind auf die Staatsarchive diverser Kantone verteilt, einige finden sich auch in der Zurlaubiana in Aarau. Die Zurlaubiana ist online einsehbar und im Volltext durchsuchbar. Ebenso sind Dokumente aus der napoleonischen Epoche im Staatsarchiv Luzern, in Frankreich und den Niederlanden online einsehbar, teilweise via familysearch.

In diesem Thread habe ich mal einige Quellen mit Links zusammengestellt:
https://forum.ahnenforschung.net/sho...izer+S%F6ldner

Gruss
Svenja
__________________
Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
https://iten-genealogie.jimdofree.com/

Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37

Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73

Geändert von Svenja (30.10.2021 um 22:37 Uhr)
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  #29  
Alt 02.01.2022, 18:44
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Hallo Svenja, danke für deine Infos!

Ich habe hier – für eventuelle aktuelle oder spätere Interessierte betreffend der Jenzer aus Huttwil – ein paar Infos zusammengestellt.

Der bereits verlinkte von Walter Jenzer erstellte Stammbaum hat diesbezüglich den einen oder anderen Fehler, was die direkten Vorfahren vom Notar Jenzer betrifft. Ist aber ein sehr wichtiges Dokument und Walter hat sehr gute Arbeit geleistet.
-> http://www.iljajenzer.ch/temp/Stammbaum.tif

Es gibt mehrere Antworten, da zu viel Text für eine Antwort.

Herkunft der Jenzer mit Heimatort Huttwil

Hans Ulrich Jäntzer
21. Juli 1732: Hans Ulrich Jäntzer ist mit einer Verena Nyfeler verheiratet. Sie wohnen in Ittishäusern. Sie haben zusammen keine ehelichen Kinder. Sie setzen ein langes Testament auf. Verena Nyfeler wird dabei vom Seckelmeister und Gerichtsässen Daniel Hermann unterstützt (Rechtsbeistand, Vogt, Berater). Haupterbe ist Andreas Jäntzer. Er ist der Sohn des Hans Ulrich Jäntzer. Wahrscheinlich war Ulrich vorher mit einer anderen Frau verheiratet. Seine zweite Frau – Verena Nyfeler – ist die Stiefmutter des Andreas.
Zur Zeit der Erstellung des Testaments wohnt Andreas noch zu Hause. Andreas hat zu diesem Zeitpunkt keine eigenen Kinder.
Im Testament wird zudem erwähnt, dass Rudolf Flückiger 30 Cronen erhalten solle.

Ittishäusern heisst heute Ettishäusern.

Auf https://map.geo.admin.ch kann die Karte von Huttwil von 1864 angeschaut werden. Man kann jedes beliebige Jahr einblenden.

In Johann Nyffeler’s 1871 publizierten Heimatkunde von Huttwil steht zu Ittishäusern:
„Ittishäusern liegt an der alten Landstrasse, die über den Huttwilerberg, bei der Linde vorbei nach Gondiswil führt. In dem engen Tälchen daselbst standen früher zwei Getreidemühlen und eine Stampfe; eine Mühle steht noch heute in Betrieb. Ittishäusern und Weierhaus bilden zusammen einen Gemeindeviertel.“

Woher kommt Hans Ulrich Jäntzer?
Dazu gibt es bisher keine Antwort. Aber ich habe noch nicht alle Kontraktenprotokolle von Huttwil eingesehen. Ich habe bisher die Kontraktenprotokolle von 1730 bis 1800 und die Grundbücher von 1800 bis 1900 eingesehen. Zudem alle Kirchenbücher von Huttwil, die online verfügbar sind. Wegen dem Stadtbrand reichen diese jedoch nicht bis 1730 zurück. Die Burgerrodel der Jenzer aus Huttwil beginnen mit Andreas Jenzer, dem Sohn von Ulrich (siehe Übersicht im Anhang).
Ich werde dieses Jahr nochmals das Staatsarchiv besuchen und die Kontraktenprotokolle vor 1730 durchgehen und versuchen, alle Jenzer-Einträge abzulichten. Jedoch besteht natürlich immer das Risiko, das ich hinten im Namensindex einen Namen nicht gut entziffern kann. Danach kann vielleicht mehr gesagt werden zu Hans Ulrich Jäntzer.

Drei Spekulation:

1. Melchnau:
Im Jahrbuch des Oberaargau 1959 taucht ein Hans Ulli Jäntzer auf im Zusammenhang mit dem alten Dorfbuch von Melchnau. Hans Ulli Jäntzer gibt sich in diesem Buch als Weibel und Schulmeister zu erkennen. Er entstammte einer angesehenen Bauernfamilie. Später Kilchmeier. Sein Vater war Werni Jäntzer, der 1640 ein neues Haus gebaut hatte.
Ist vielleicht dieser Hans Ulli Jäntzer ein Vorfahre vom Hans Ulrich Jäntzer?
Wer von Ittishäusern nördlich durch das beschriebene Tal geht, wird via Gondiswil nach Melchnau gelangen. Vielleicht nur ein Zufall. Genau so wie das ähnliche Familienwappen der Jenzer Huttwil und der Jenzer Melchnau. Überprüfen liesse sich das mit den Kirchenbüchern von Melchnau, aber ich habe aktuell weder die Zeit noch das Geld, diese ausfindig zu machen und Abschriften erstellen zu lassen.

Natürlich gibt es weitere Vermutungen, die angestellt werden könnten:

2. Wie passt Melchior Jäntzer von Nyfel dazu?
1735/1736 ersteigert z. B. ein Melchior Jäntzer ein Gut in Nyffel. Könnte dies ein weiterer im Testament nicht erwähnter Sohn von Hans Ulrich Jäntzer sein? Oder hatte Hans Ulrich Jäntzer einen Bruder und dies war dessen Sohn? 1748 heiraten ein Jakob Lanz und eine Elisabeth Jenzer. Sie leben in Nyfel. Sie haben keine eigenen Kinder. Ein Neffe von Jakob Lanz lebt bei ihnen als Ziehsohn. 1752 kauft Jakob Lanz von seinem Schwäher Melchior Jenzer Hof und Gut zu Nifel. Die Verbindung zu Elisabeth Jenzer ist nicht ganz klar bzw. kann nicht bewiesen werden, weil Schwäher zwei Bedeutungen haben kann: Schwiegervater und Schwager. Falls Melchior Jenzer der Schwiegervater von Jakob Lanz ist, dann wäre Elisabeth vermutlich die Tochter von Melchior.
Falls aber Melchior Jenzer ein Schwager von Jakob Lanz ist, dann hätte Jakob Lanz eine Schwester, die mit diesem verheiratet war.
Beides ist möglich.
1778: Jakob Lanz liegt im Sterben, er und seine Frau erstellen eine Verordnung die besagt, dass der Ziehsohn Hanns Scheidegger das Land und das Gut erhalten solle. Eine Karte vom Gut Nyfel von 1779 (im Staatsarchiv) zeigt das Landstück von Hanns Scheidegger. Sein Name steht dort. Siehe hier: https://www.query.sta.be.ch/detail.aspx?ID=373921

Eventuell findet man in den älteren Kontraktenprotokolle hier ebenfalls weitere Hinweise zu diesem Melchior Jäntzer.

3. Könnten die Jenzer aus Huttwil ursprünglich aus Thunstetten stammen?
Am 13. August 1784 gibt es einen Vergleich zwischen Felix Dennler und dem Ehrsamen Andreas Jenzer, im weissen Ried. Andreas Jenzer ist ein Vogt des Urs Jenzers Ehefrau Anna Maria Hasler. Urs Jenzer scheint Kronewirt in Huttwil gewesen zu sein. Urs Jenzer bzw. als Ursus Jenzer taucht in den Kirchenbüchern auf und daraus geht hervor, das dieser aus Thunstetten stamme. Es gibt daher in den 1780er Jahren zumindest einige Thunstetten-Jenzer in Huttwil. Das bedarf weiterer Analyse.
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  #30  
Alt 02.01.2022, 18:44
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Andreas Jäntzer
Andreas Jäntzer ist der Sohn von Hans Ulrich Jäntzer.
1732 lebte er noch zu Hause beim Vater und seiner Stiefmutter Verena Nyfeler in Ittishäusern. 1732 war er kinderlos.

Am 17.07.1738 kauft Andreas Jentzer für 115 Cronen, Berner Währung, ein Ackerstück in Ittishäusern. Dieses hatte vorher einem Jacob Burkhardt gehört. Andreas Jentzer neues Ackerstück grenzt an eine Weid, die ihm bereits gehört.

Beschreibung des Ackerstücks:
„Acker zu gedachtem Itis Häuseren gelegen, ohngefahr Einer Jucharten Innhalts; stoßt Erstlich an die Huttwyler Allmendt und Hübel Wald, dannen an deß Käuferen Jentzers Weid, derselben nach hinüber und wider hinauf biß an Ulrich Nyffelers Weyd, und dann deren nach biß wider an Ersten Anstoß.“

Zeugen dieses Kaufs waren: Rudolf Minder der Grichtsäß, Ulrich Scheidegger der Mören Wihrt und Samuel Nyffeler all von Huttwyl. Andreas muss 60 Cronen sofort bezahlen und 55 Cronen erst im Mai 1739 bezahlen. Der Vertrag wurde auch von Schultheiss Daniel Hermann bestätigt. Dieser half bereits seiner Stiefmutter beim Testament.

1742 wird Andreas Vater. Sein Sohn Ulrich wird am 18. Februar 1742 getauft.
Ca. 1743 wird Andreas zudem erneut Vater: Sein zweiter Sohn wird auf den Namen Melchior Jenzer getauft.

Am 28.07.1744 hat Jacob Morf aus dem Städtchen Huttwil Geld in unbekannter Höhe von der Gemeinde Huttwil erhalten. In Form einer Obligation. Andreas Jäntzer aus Itisshäusern hat für Jacob Morf gebürgt und ist somit Mitschuldner. Jacob Morf muss jedes Jahr im Mai 100 Pfund Pfennige Bern Währung an die Gemeinde zurück zahlen. Die Gemeinde könne aber jederzeit den ganzen Betrag zurückverlangen. Unterschrieben wurde die Obligation am 28. Juli 1744. Zeugen waren Ullrich Brechbühler Gerichtsäss und Fridrich Minder.

Zudem kauft Andreas ein Stück Wald. Datiert ebenfalls auf 28.07.1744.
Der Ehrsamme Andres Jäntzer zu Ittishäusern kauft von Hanns Brand von Rüederswyl ein Stück Tann-Wald in dem Ittishäusern Wald stehend. Andres besitzt in diesem Gebiet bereits ein Stück Wald, dass neu gekaufte Tannenwald grenzt unter anderem an dieses bereits in seinem Besitz befindliche Stück Wald.

Beschreibung:
[…]ohngefehr Ein und Ein halbe Jucharten haltend. Stost Erstlich an Ullrich Nyffelers Wals, zweytens an Ullrich Nyffelers des Lahmen Weid, drittens an Daniel Nyffelers Weid und
Wald, viertens an Ullrichs Flückigers zu Freybach Wald, fünftens an des Käufern Jäntzers Wald, und dann demselben ach bis wider an Ersten Anstoß. Von welchem Stück Wald der Weidgang andern und zwar Ein Theil dem Ullrich Nyffeler dem Lahmen und der andre Theil dem Daniel Nyffeler gehörig. Sonsten seye dieser Wald in allweg frey, ledig und eigen.

Preis für den Tann-Wald sind 700 Pfund Pfennigen Bern Währung. Am Tag der Unterzeichnung muss er nur das Trinkgeld bezahlen, den Rest kann er im Mai 1745 bezahlen.

Zeugen waren Ulli Nyffeler Kirchmeyer und Peter Nyffeler von Huttwil.

Man kann davon ausgehen, dass Andreas Jenzer von seinem Vater ein Haus geerbt hatte und weiterhin in Ittishäusern lebt. Da macht es Sinn, wenn man Geld hat, in die Umgebung zu investieren.

Trotzdem beteiligt sich Andreas zusammen mit zwei anderen, ein weiteres Grundstück zu ersteigern. Wer von ihnen dort wohnt, ist nicht klar.

Nämlich am 29.03.1747 ersteigern Andreas Jentzer zusammen mit Ulli Niffeler und Melchior Flückiger ein Grundstück.

Beschreibung des Heimwesens in Fiechten:
„Haus und Heimbwesen, samt Beyligend und Zugehörigem ohngfahr 4 Juchart Inhaltendem Erdreich, zu Fiechten, Grichts und Kirchhöri Huttwyl gelegen, stost Erstlichen an Ullerich Fiechters Erdreich, zweytens an Hanns Schärers große Berg, drittens an David Lantzen Rein, 4tens an Hanns Fiechters Acher, fünftens an Melcher Niffelers Wuhrmatten, sechstens an den Bach, und demselben nach hinauf wiederumb an ersten Anstoß.“

Zeugen der Steigerung sind Hl. Schultheiss Daniel Hermann und Uhlrich Nifeler, Alt Kirchmeyer von Ittishäusern.

Schultheiss Daniel Hermann hatte bereits 1732 Verena Nyfeler beraten, als sie und deren Mann ein Testament erstellten.

Wie man sehen kann, tauchen die Familiennamen Nyfeler und Flückiger oft auf.

In Johann Nyffeler’s 1871 publizierten Heimatkunde von Huttwil steht zu Fiechten:
„Ein kleines Dörfchen bildend, besass früher, verbunden mit der Getreide- und Sägemühle, eine Knochenstampe. Zwischen Fiechten und dem Städtchen liegt das schöne Fiechtenfeld, das früher viel zu Militärmusterungen verwendet wurde. Es ist begreiflich, dass dieses Feld für Bauplätze nun starken Absatz findet. Am äussersten nordwestlichen Teil von Fiechten, hart an der Grenze der Kirchgemeinde Rohrbach, ist das Häberenbad, früher Feldmoosbad genannt. Das ???stück über die Entstehung dieser Badeanstalt lautet also: „Dem Herrn Schultheiss Hermann in der Häbern zu Huttwil ist in Ansehung der zu Heilung von Glieder- und Nervenkrankheiten dienlichen Wasserquelle zu bemeltem Feldmoos Bad-Concession ertheilt worden den 3. Mai 1759, von der Kanzlei Bern“.“

1750/1751 ist Andreas Jänzer aus Ittishäusern tot. Er muss daher zwischen März 1747 und 1750/1751 gestorben sein.

Er hatte zwei Söhne. Melchior Jänzer und Ullrich Jänzer. 1750/1751 werden die beiden Buben in einem weiteren Protokoll erwähnt. Genau so wie der verstorbene Vater. Der eigentliche Inhalt des Protokolls ist für mich schwer nachzuvollziehen. Erwähnt werden die Vögte Rudolf Flückiger und Melchior Niffeler. Auch ein Ullrich Niffeler wird erwähnt, vermutlich kauft er den Söhnen bzw. deren Vögten etwas ab. Ulrich Niffeler hatte zuvor mit dem Verstorbenen ein Grundstück in Fiechten gekauft. Die beiden Söhne des verstorbenen Andres sind 1750/1751 noch klein, daher werden sie durch Vögte vertreten. Von Ulrich ist bekannt, dass dieser am 18. Februar 1742 getauft wurde. Melchior wurde ca. 1743 geboren.

Beschreibung:
Erstlichen, In Einem Haus und Heimwesen, samt dem darbey Stehenden Schweinhoof und Ofenhaus, so Rings herum an sein des Käuferen Erdrich Stoßet. Zeytens, In einem halbigen, als dem Underen Theil Speicher, wovon der Obere Theil, auch schon allbereit dem Käuferen
zuständig, und stehet diser ganze Speicher auf deß Käuferen Erdrich. Drittens, In einem Stück Mattland, Ohngefahr Ein Maad haltend, Stoßt an Ullrich Brechbühl, sonst RIngs herum an deß Käuferen Erdrich. Viertens, In einer Matten, Ohngefehr zwey Maad Innhaltend, Stoßt solche erstlichen an die Huttwyler Allment, oder Waldung, das Dünkel Hölzli genant, zweytens an Andreas Niffelers Erdrich, drittens an Wilhelm Niffelers, Viertens widerum an Andreas Niffelers Erdrich, und dann solcherem nach biß wider an ersten Anstoß. Fünftens In einem Stück, so an Wäßer- Acker- und Weydland, in einer Einhägi bey zwanzig Jucharten haltet, Stoßt erstlichen an die Huttwyler Allment, da danne an Andreas Niffelers Weyd, und dann um und um an sein deß Käuferen Erdrich, Alsdann wider an ersten Anstoß. Sechstens In zweyen Stücken Waldung in dem Ittishäußeren Wald stehend, so ordenlicher maßen Außgelacheret sich befinden, und in Ihren wohlbekanten Limiten, Zihlen und Marchen gelegen.

In diesem Protokoll werden auch folgende Personen erwähnt:
Rodolf Niffeler, Melchior Lanz, Peter Jordis, Hans Fiechter und Catharina Burckhardt.

Dabei auch wieder der Hl. Schultheiß Hermann.
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